Die Wälder brennen, die Herrschenden gießen Öl ins Feuer

Stellungnahme des ZK der KP vom 21. August 2026

Der Hürtgenwald und das Hohe Venn reihen sich in eine immer länger werdende Reihe von Regionen in Europa ein, die derzeit den Flammen zum Opfer fallen. Allein in diesem Jahr sind schon mehr als 600.000 Hektar Wald und Vegetationsfläche vernichtet worden.

Während der Waldbrand im Hürtgenwald, bei dem mindestens 300 Hektar Wald verbrannten, inzwischen gelöscht werden konnte, brennt das trockengelegte und damit für Feuer anfällige Torfmoor im Hohen Venn weiter: Rund 3.200 Hektar wurden bislang unwiederbringlich vernichtet. Im Hürtgenwald waren zeitweise rund 1.800 Menschen auf der Flucht vor Feuer, Rauch und Ascheregen. Auch an der Grenze zu Belgien mussten Einwohner evakuiert werden. Angesichts der anhaltenden Brände müssen in der Gegend Tausende weiterhin um ihre Häuser bangen. Nicht nur in NRW, sondern bundesweit brennen diesen Sommer die Wälder: in Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen, im Saarland und in Baden-Württemberg.

Der durch die Profitwirtschaft verursachte Klimawandel schafft die Bedingungen für extreme Trockenheit und Hitze. Dies führt zu einer erhöhten Anfälligkeit der Wälder für Brände. Der bürgerliche Staat sieht den Bränden nicht nur untätig zu, sondern gießt buchstäblich Öl ins Feuer: durch Subventionen für fossile Energie und eine katastrophale Klimapolitik im Interesse der Kapitalisten. Auf die fatalen Folgen dieser zerstörerischen Politik reagieren die Bundes- und Landesregierungen nicht im Interesse der Allgemeinheit, sondern als Instrumente der Bourgeoisie. Statt die strukturellen Ursachen anzutasten, verwalten sie die Krisenfolgen.

Die Arbeiter tragen die Kosten dafür, indem sie bei 40 Grad und mehr ohne Schutzmaßnahmen weiterhin schuften, um danach in überhitzten Wohnungen zu kollabieren. Keine klimatischen Anpassungen in Schulen, Krankenhäusern oder Altersheimen – all dies führte diesen Sommer nach Schätzung des RKI bereits zu 14.000 Hitzetoten, zu denen sich die bürgerlichen Politiker nicht einmal äußern.

Der bürgerliche Klassenstaat versäumt es, durch eine bessere Ausstattung der Feuerwehren, Klimaanpassung der Infrastruktur oder nachhaltige Waldwirtschaft die Waldbrandgefahr zu bannen. Stattdessen nimmt er weitere Sparmaßnahmen vor und wälzt die Verantwortung auf die Arbeiterklasse ab. Herbert Reul, der CDU-Innenminister des Landes NRW, schob die Schuld an den Bränden auf „den einen Idioten, der im Wald die Zigarette wegwirft“, um von der Verantwortung der Herrschenden abzulenken. Dieses Verhalten ist an Verantwortungslosigkeit kaum noch zu übertreffen.

Die Erklärungen, die die herrschende Klasse in die Welt setzt, sollen den Klassencharakter der Umweltzerstörung verdecken, die Arbeiterklasse in die Irre führen und ihr die Schuld für die Klimakatastrophe geben. Sie sollen uns von der Tatsache ablenken, dass die wirksame Bekämpfung von Waldbränden und den vielen anderen Folgen des Klimawandels den Bruch mit der kapitalistischen Produktionsweise erfordert. Erst eine sozialistische Planwirtschaft, die nicht länger dem kapitalistischen Profitprinzip unterworfen ist, schafft die Voraussetzungen, Wälder als Lebensgrundlage zu schützen und zu regenerieren. Ausführlicher haben wir dies in den Thesen zu Klimawandel und Klassenkampf dargelegt. Der Kampf gegen Waldbrände und andere Umweltkatastrophen kann nicht unabhängig vom Klassenkampf geführt werden, sondern er ist im Gegenteil ein fester Bestandteil des Kampfes gegen die herrschenden Verhältnisse und für den Sozialismus.

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