Für eine starke Arbeiterbewegung!

Berichte vom 1. Mai 2026

Dieses Jahr waren wir als Kommunistische Partei in zahlreichen Städten am 1. Mai – dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse – auf der Straße präsent. Ob auf gewerkschaftlichen Demonstrationen, in klassenkämpferischen und antimilitaristischen Blöcken oder mit eigenen Aktionen und Infoständen: Unser Anspruch war klar – den Klassenstandpunkt gegen Sozialpartnerschaft zu schärfen, die Anpassung der Gewerkschaftsführungen an Staat und Kapital offenzulegen und dem verschärften Kriegskurs der Bundesrepublik eine konsequente Absage zu erteilen.

In insgesamt 23 Städten beteiligten wir uns an den Aktivitäten rund um den 1. Mai. Überall trugen wir unsere Positionen mit Transparenten, Schildern, Flugblättern und Redebeiträgen auf die Straße und machten deutlich: Die Angriffe auf unsere Klasse – Reallohnverluste, Angriffe auf den Achtstundentag, Sozialabbau und Militarisierung – sind Ausdruck der Widersprüche des Kapitalismus und können nur durch organisierten Klassenkampf beantwortet werden.

Zentral war für uns die Kritik am diesjährigen DGB-Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“, das den grundlegenden Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital verschleiert und Illusionen in eine vermeintliche Interessengemeinschaft nährt. Dem setzten wir die Perspektive klassenkämpferischer Gewerkschaften entgegen, die sich nicht als Co-Manager der Krise verstehen, sondern als Kampforganisationen der Arbeiterklasse.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der zunehmenden Militarisierung nach innen und außen. Die enge Verzahnung von Aufrüstung und Sozialabbau wurde in vielen Gesprächen deutlich thematisiert. Ebenso war die internationale Solidarität – insbesondere mit dem palästinensischen Befreiungskampf – in zahlreichen Städten sichtbar, auch gegen teils massive Einschränkungen durch die Veranstalter.

In vielen Städten stießen unsere Positionen auf Interesse und Zustimmung. Zahlreiche Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen, Jugendlichen und Gewerkschaftsaktiven zeigten: Die Unzufriedenheit wächst, ebenso wie das Bedürfnis nach einer klaren politischen Orientierung jenseits von Sozialpartnerschaft und Standortlogik.

Die folgenden Berichte geben einen Überblick über unsere Aktivitäten in den einzelnen Städten. Sie zeigen einen kämpferischen 1. Mai – und die Notwendigkeit, die begonnene Arbeit in den Betrieben, Gewerkschaften und auf der Straße konsequent fortzuführen.

Berlin

Mit Parolen gegen die Angriffe des Kapitals auf unsere Klasse, gegen Krieg und Kapitalismus waren wir auf der gewerkschaftlichen Erster-Mai-Demonstration in Berlin präsent. Dabei war unser Block größer und lauter als je zuvor – und auch die restliche Demo und die offiziellen Redebeiträge des DGB waren zum Teil kämpferischer als noch vor einigen Jahren. Von echtem Widerstand gegen die massiven Angriffe des Kapitals sind wir aber noch weit entfernt. Dabei kommt es vor allem darauf an, die Ängste und die Wut, die sich am 1. Mai auf der Straße versammelt haben, in den täglichen betrieblichen Kampf zu übersetzen.

Die Berliner DGB-Demonstration war größer als noch vor einigen Jahren. Angesichts des beginnenden Landtagswahlkampfes war das kein Wunder – alle bürgerlichen Parteien sind unter den Kolleginnen und Kollegen auf Stimmenfang für ihre Politik des Klassenverrats. Doch sie brauchen wir nicht. Weder in den Parlamenten, noch in den Kämpfen um unsere Rechte, deren Abbau sie tagtäglich verantworten.

Alle Macht dem Proletariat! Der 1. Mai ist unser Tag!

Bonn

In Bonn beteiligten wir uns am 1. Mai gemeinsam mit rund 500 Menschen an der Gewerkschaftsdemonstration. Wir bildeten gemeinsam mit unseren Genossinnen und Genossen aus der Kommunistischen Partei Griechenland (KKE) einen Bereich innerhalb des antikapitalistischen Blocks. Gemeinsam durchbrachen wir die Stille der Reihen vor uns. Die von uns gerufenen Parolen sowie unsere Parolenzettel wurden gut aufgenommen.

Die Demonstration endete vor dem Bonner Rathaus am Marktplatz, wo neben den Gewerkschaften GEW, ver.di und NGG auch Grüne, CDA (Vereinigung innerhalb der CDU), SPD und Linkspartei Stände aufgebaut hatten. Offenbar hielten es die Veranstalter für angemessen, das Fest von dem erst kürzlich mit Korruptionsvorwürfen konfrontierten Oberbürgermeister Guido Déus (CDU) eröffnen zu lassen. Die Menge quittierte dies allerdings mit Buhrufen und Pfiffen, die während der gesamten Rede anhielten – eine Reaktion, die den Oberbürgermeister sichtlich überraschte. Diese Eröffnung sorgte jedenfalls für eine spürbar unruhige und aufgeladene Stimmung unter den Anwesenden, die noch einige Zeit anhielt.

Es folgte ein Beitrag des stellvertretenden Vorsitzenden des DGB Bonn/Rhein-Sieg, Rainer Bohnet, der neben reformistischen Illusionen wie Forderungen nach einer Vermögens- und Erbschaftsteuer oder mehr Geld für die Kommunen inhaltlich wenig zu bieten hatte. Die Beiträge der ver.di-Betriebsgruppe der Uni Bonn und der ver.di-Jugend waren dagegen kämpferischer. Sie riefen die Werktätigen dazu auf, die Gewerkschaften zu stärken, für bessere Tarifabschlüsse zu kämpfen und sich gegen Angriffe auf Errungenschaften der Arbeiterklasse wie den Achtstundentag und die Rente zu wehren.

Im Anschluss schlossen wir uns dem internationalistischen Fest am Frankenbadplatz an. Dort waren wir mit einem Stand und einem Redebeitrag vertreten. Wir führten viele Gespräche mit Interessierten, boten Bücher, Artikel, Shirts und Broschüren an, sammelten Spenden für die Kommunistische Partei Palästinas und Kuba.

Insgesamt stießen wir in Gesprächen sowohl beim internationalistischen als auch beim Gewerkschaftsfest auf ehrliches Interesse für unsere Positionen und erhielten auch aus dem Gewerkschaftsblock Zuspruch für unsere klare Antikriegshaltung auf unseren Flyern, unserem Hochtransparent und den Schildern.

Wir blicken auf einen guten und kämpferischen 1. Mai zurück. Die Demonstration, das Gewerkschaftsfest und auch das internationalistische Fest zeigen uns allerdings auch unsere aktuelle Schwäche. Um dem Kriegskurs der Herrschenden effektiv etwas entgegensetzen zu können und unsere Klasse ein für alle Mal von dem Elend der Lohnsklaverei zu befreien, braucht es die in den Massen verankerte Kommunistische Partei. Dafür müssen wir unsere Arbeit an unseren Lebensschwerpunkten verstärkt fokussieren und uns im Alltag und im Betrieb mit unseren Kollegen organisieren und kämpfen. Wir müssen Passivität und Stellvertreterdenken überwinden und die klassenkämpferische Einheitsfront von unten aufbauen.

Für den Wiederaufbau der Arbeiterbewegung, für den Sozialismus!

Bremen

Am 1. Mai beteiligten sich Genossen und Freunde der KP aus Bremen, Oldenburg und Ostfriesland mit einem eigenen Block an der Demonstration der Gewerkschaften in Bremen (Foto: DGB-Abschlusskundgebung auf dem Domshof in Bremen).

Chemnitz

Als KP haben wir natürlich auch dieses Jahr wieder in Chemnitz an der Gewerkschaftsdemonstration zum 1. Mai teilgenommen. Die Redebeiträge begannen um neun Uhr morgens am „Nischel“, danach zog die Demonstration durch die Innenstadt zum Markt, wo dann eine Kundgebung des DGB stattfand. Es sprachen Gewerkschafter und die Vertreter der bürgerlichen Parteien. Mit der vom DGB ausgegebenen Losung „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ bekannte man sich, wie nicht anders zu erwarten, wieder einmal zur Sozialpartnerschaft und beschränkte sich auf zahnlose Appelle an Staat und Kapital, den sozialen Kahlschlag doch bitte nicht gar zu hart ausfallen zu lassen. Ausgeblendet wurde selbstverständlich der Zusammenhang zwischen diesem sozialen Kahlschlag und der massiven Aufrüstungspolitik der Bundesregierung. Dagegen stellten wir unsere klar antimilitaristischen und antisozialpartnerschaftlichen Parolen – etwa skandierten wir: „Bei Ausbeutung, Armut, Zukunftsangst heißt die Antwort – Klassenkampf!“ Die Rede eines SPD-Vertreters beantworteten wir lautstark mit: „Rücken krumm, Taschen leer – SPD, danke sehr!“

Am Nachmittag trafen wir uns zum Grillen auf der Schlossteichinsel, wo wir ein gemütliches Beisammensein genießen konnten und mit neuen und alten Interessierten anregende politische Gespräche und Diskussionen führten. Thema war vor allem die Frage, wie klassenkämpferische Arbeit innerhalb der DGB-Gewerkschaften aussehen sollte. Außerdem tauschten wir uns darüber aus, welche Rolle die Gewerkschaftsführungen in Zeiten von Kriegsvorbereitung und massiven Angriffen auf unsere Klasse spielen.

Organisieren wir uns für eine klassenkämpferische Arbeiterbewegung! Voran zum Aufbau der Kommunistischen Partei!

Dortmund

Am 30. April nahmen wir gemeinsam mit einigen Genossen an der 1. Mai-Vorabend-Demo in Bochum teil. Wir verteilten und diskutierten dort den Flyer zum 1. Mai. Außerdem sammelten wir Spenden im Rahmen der von uns unterstützten Kampagne „Öl für Kuba!“.

Die Demonstration fand vor dem Hintergrund des tags zuvor geschehenen Überfalls der israelischen Marine auf die Hilfsgüterlieferungen der Sumud-Flottille statt – aus ganz unmittelbarem Grund: Der aus Bochum stammende Aktivist Hannes entging dem Verschleppen durch Israel – sein Schiff konnte (neben anderen) nicht geentert werden und entkommen. Somit kann er als Augenzeuge vom Vorgehen der Besatzer berichten. Sein Handeln ist ein Beispiel praktischer Solidarität.

Die Demonstration zog vom Hauptbahnhof aus in Richtung Nordwesten zum Rathausvorplatz und bog dann auf den Ring Richtung Schauspielhaus ein – den gesamten Weg lautstark untermalt. Auf einer Zwischenkundgebung am Rathaus stach ein Redebeitrag besonders hervor: Ein iranischer Genosse sprach vom Iran als Schlachtfeld in Vorbereitung des Kriegs zwischen imperialistischen Blöcken und von der Revolution als einzigem Ausweg aus zwischenimperialistischen Konflikten.

Ansonsten wiesen die gehaltenen Reden und skandierten Parolen teilweise einen latent bürgerlich-pazifistischen Unterton auf. Das macht abermals die in Teilen missliche Lage und unklare Haltung der linken und revolutionären Bewegung deutlich. Trotz alledem stimmten die Teilnehmenden sich und die teils zahlreich beiwohnenden Anwohner gut auf den kommenden Arbeiterkampftag ein.

Am 1. Mai reihten wir uns in den revolutionären Block der traditionellen Maidemonstration des Deutschen Gewerkschaftsbunds ein. Dort bemühten wir uns, klassenkämpferische und antiimperialistische Parolen in die Demonstration zu tragen.

Leider wuchs zwischenzeitlich die räumliche Trennung zum restlichen Demonstrationszug sehr an, sodass man etwas abgeschlagen am Ende hinterherlief, wodurch es einen isolierten Eindruck machte. Die Route führte traditionell durch den bürgerlich-sozialdemokratisch geprägten Süden der Dortmunder Innenstadt zum Westfalenpark, wo das alljährliche Volksfest stattfinden sollte. Auch hier und im Verlauf der Demonstration verteilten wir unsere Stellungnahme und sammelten erneut Spenden für Kuba.

Das Rahmenprogramm war von reaktionärer Propaganda und reformistischer Folklore durchzogen: Bereits zu Beginn wurde dem Grünen-Vorsitzenden Banaszak, der sich zuletzt noch offen für eine Lockerung des Kündigungsschutzes – hart erkämpfte Errungenschaft der Arbeiterklasse – ausgesprochen hat, als Hauptredner eine Bühne geboten. Er stellte sich und seine Partei in Wahlkampfmanier als großen Gewerkschaftsfreund dar. Außerdem müsse man laut ihm in den bevorstehenden Landtagswahlen (u.a. in MV) die Demokratie (heißt: vor der AfD) retten. Dass genau Politiker wie er und allem voran der schwache DGB die Arbeiter den Rechten in die Arme treiben, blieb selbstverständlich unerwähnt. Es wurde leider versäumt, die Rede zu stören.

Das „DGB-Familienfest“ bestimmten kulturell die sogenannten „Omas gegen Rechts“ (eine weitere textliche Verunstaltung von Bella Ciao vortragend) sowie mehrere Diskussionsrunden der Lokalpolitik von CDU bis PdL. Zwischendrin kamen dann doch auch noch Beschäftigte aus Dortmunder Betrieben zu Wort.

Wir ließen uns von folkloristischen Worthülsen nicht beirren und kamen mit Werktätigen über die Stellungnahme zum 1. Mai ins Gespräch und gaben so dem Kampftag der Arbeiterklasse einen entsprechend angemessenen Charakter.

Organisieren wir uns – für eine starke Arbeiterbewegung! Jeden Tag Arbeiterkampftag!

Düren

Der 1. Mai in Düren wurde von den Gewerkschaften organisiert, um traditionell die kämpferische Vergangenheit der Gewerkschaften zu feiern und gemeinsam in die Zukunft der betrieblichen Arbeit zu blicken. Auf den Bühnen sprachen Vertreter der Gewerkschaften und Betriebsratsvorsitzende über die fehlende Mitbestimmung in Konzernen und Familienunternehmen und die bittere Realität, dass die Betriebsratsvorsitzenden lediglich die Möglichkeit haben, auf die Forderungen von oben zu reagieren. Die Redner wandten sich daher mit einem Appell für mehr Mitgestaltungsrechte an die Politik.

Doch in den privaten Gesprächen wurden ganz andere Schlussfolgerungen gezogen. In Gesprächen der Genossen der KP mit anderen Gewerkschaftern an den Ständen wurde deutlich, dass der Widerspruch zwischen den Interessen der Arbeiter und der Kapitalisten eben nicht durch die bürgerlichen Parteien gelöst werden kann. Einige Gewerkschafter regten sich nicht nur über die Anwesenheit der CDA („Arbeitnehmerflügel“ der CDU) und des Landrats Nolten auf, sondern grundsätzlich über die Präsenz von Parteien, die sich sonst in den alltäglichen betrieblichen Kämpfen nicht blicken ließen. In vielen der Gespräche zwischen uns und anderen Gewerkschaftern gab es in wichtigen Fragen Übereinstimmung: in Bezug auf die Notwendigkeit klassenkämpferischer Gewerkschaften, die Stärkung der gewerkschaftlichen Strukturen innerhalb und außerhalb des Betriebs sowie die Notwendigkeit von politischen Streiks. Diese Haltung ist umso wichtiger in Zeiten, in denen die Lage der Arbeiterklasse zunehmend prekärer wird und die Austrittswellen aus den Gewerkschaften anhalten.

Heute, da die Kampfkraft der Arbeiterklasse durch Jahrzehnte der Sozialpartnerschaft zersetzt ist, ist es für uns als KP umso notwendiger, gemeinsam mit unseren Kollegen wieder eine kämpferische Perspektive in die Gewerkschaften zu tragen. Der 1. Mai in Düren zeigte uns, dass viele Gewerkschafter dazu bereit sind. Denn nur eine auf den Klassenkampf orientierte Gewerkschaft kann sich dem Sozialabbau und Kriegskurs von oben entgegenstellen.

Frankfurt am Main

Etwa 5000 Menschen nahmen in Frankfurt an der DGB-Demonstration zum 1. Mai teil – Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Angehörige verschiedener migrantischer Gruppen und linker Organisationen. Das Fronttransparent wurde unter anderem von einem SPD-Landtagsabgeordneten, einer LINKEN-Bundestagsabgeordneten und dem sozialdemokratischen OB Frankfurts, Mike Josef, getragen – Berufspolitiker an der Spitze!

Die KP Frankfurt diskutierte diese problematische Situation mit vielen Demonstrantinnen und Demonstranten. Wir verteilten unter ihnen den Mai-Aufruf der KP – das führte auch dazu, dass sie sich für unsere nächsten Veranstaltungen interessierten. Es gab einen lautstarken Palästina-Block, der auf dem Römerberg die Rede von OB Josef störte. Im kommenden Jahr wollen wir als KP-Block in der Demo auftreten und einen Infostand auf der Abschlusskundgebung anmelden.

In anderen Städten der Region waren Genossen mit ihren Kollegen auf der Straße.

Gießen

In Gießen haben wir uns als Kommunistische Partei an der Gewerkschaftsdemonstration am 1. Mai beteiligt und uns wie letztes Jahr in den Friedensblock eingereiht. Mit einem Hochtransparent „Sie rüsten zum Krieg – Wir rüsten zum Widerstand“ und einem Seitentransparent „Für klassenkämpferische Gewerkschaften – Gegen Sozialpartnerschaft“ haben wir einerseits auf die Kriegsvorbereitungen des deutschen Imperialismus aufmerksam gemacht und andererseits klargemacht, dass wir nur mit klassenkämpferischen Gewerkschaften Widerstand gegen die Angriffe auf uns und gegen die imperialistischen Kriege organisieren können. Das Friedensblock-Motto „We are the power in the union – Hoch die internationale Solidarität“ ist aktueller denn je. Sowohl mit den Transparenten als auch mit unseren Sprechchören zeigten wir unsere Ablehnung gegenüber dem sozialpartnerschaftlichen DGB-Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“.

Außerdem war es uns wichtig, unsere Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen von Stanley Feinwerktechnik auszusprechen, die am 30. April zu 100 Prozent für einen unbefristeten Erzwingungsstreik gestimmt haben. Stanley FWT gehört zum tarifgebundenen Konzern Stanley Tucker mit über 1000 Mitarbeitern in Gießen. Aktuell zählt der Tarifvertrag nicht für die Kolleginnen und Kollegen von Stanley FWT, diese sind aber streikbereit und motiviert, um die Tarifbindung zu erkämpfen. Solidarität mit den Streikenden!

Nach der Gewerkschaftsdemonstration beteiligten wir uns als Kommunistische Partei mit einem Stand an dem Gewerkschaftsfest. Gegen Spende hatten die Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit, klassenkämpferische Plakate mitzunehmen und sich selbst politische Buttons herzustellen. Die Spenden gehen an die Spendenkampagne „Öl für Kuba“, die wir unterstützen. Das sozialistische Kuba ist ständigen, imperialistischen Angriffen ausgesetzt und kämpft gegen eine US-Blockade an.

Ein starker, lauter und kämpferischer 1. Mai liegt hinter uns. Wir sagen mit aller Deutlichkeit: Organisieren wir uns – für eine starke Arbeiterbewegung!

Hamburg

„Bei Ausbeutung, Armut und Zukunftsangst heißt die Antwort: Klassenkampf!“, riefen wir auf der Hamburger DGB-Demonstration gemeinsam mit allen, die unserem Aufruf folgten oder sich uns vor Ort spontan anschlossen. Im Vergleich zu vergangenen Jahren konnten wir unseren Block erfolgreich vergrößern.

Die Demonstration mit rund 10.000 Teilnehmern startete in Hamburg-Ottensen und führte durch Altona zum Fischmarkt. Mit Hochtransparent, Schildern und Fahnen machten wir unsere Positionen deutlich sichtbar und setzten ein klares Zeichen: Gegen die Kriegsvorbereitungen des deutschen Kapitals und gegen die schädliche Sozialpartnerschaft der DGB-Führungen – was wir brauchen ist eine organisierte Arbeiterklasse und Gewerkschaften, die sich den Angriffen widersetzen!

Auf der Abschlusskundgebung war unser Infostand zentral positioniert, wodurch die Genossinnen und Genossen mit vielen Interessierten ins Gespräch kommen, Materialien verteilen und Spenden für die Kampagne „Öl für Kuba“ sammeln konnten. Ein besonderes Interesse konnten wir an Fragen zur Strategie und unserem Programm wahrnehmen.

Hannover

Am diesjährigen Tag der Arbeiterklasse nahmen wir als Kommunistische Partei unter den Losungen „Keine Illusionen, keine Sozialpartnerschaft“ und „Streiks vorbereiten, statt Kriege unterstützen“ an der Demonstration des DGBs teil.

Wir waren sowohl mit Kollegen aus dem eigenen Betrieb auf der Straße als auch mit einem Partei-Block vertreten. Dort trugen wir klassenkämpferische Parolen wie „Rente, Lohn, Arbeitszeit – verteidigen wir uns mit dem Streik“ oder „Die Bosse werden uns nichts schenken – Klassenkampf statt Standortdenken“ auf die Straße. Bei großartigem Wetter und guter Laune zogen wir gemeinsam von Linden zur Goseriede.

Dort stießen wir mit unserem Infostand auf großes Interesse. In den Gesprächen zeigten sich die Kolleginnen und Kollegen besorgt über die Angriffe auf den Achtstundentag, auf die Teilzeit und den Angriff auf weitere Errungenschaften der Arbeiterklasse. Wir sprachen über enttäuschende Tarifabschlüsse und die fehlende Kampfbereitschaft der Gewerkschaftsführungen, die auf Sozialpartnerschaft statt Klassenkampf setzen.

Wir diskutierten, wie wir mit den Kolleginnen und Kollegen im eigenen Betrieb ins Gespräch kommen können, sie in den Gewerkschaften organisieren können und praktisch die Einheitsfront von unten schaffen können. Dabei führten wir spannende Gespräche über den Sozialismus und wie wir ihn erkämpfen.

Besonders beliebt war unser Glücksrad: Einmal drehen und einen fiktiven Geldbetrag gewinnen, den man nach Belieben in Kitaplätze, Krankenhäuser oder Schulen auf der einen Seite, Militärausrüstung auf der anderen Seite investieren konnte. Den Spielern wurde schnell klar, wie teuer die derzeitige Kriegsvorbereitung ist und was uns dadurch weggenommen wird. An unserer Pinnwand konnte man außerdem seine Gedanken zur Aufrüstung aufschreiben.

Am Rednerpult des DGB wurde sich zwar deutlich gegen die Angriffe auf unsere Rechte positioniert, die aktuelle Kriegsvorbereitung spielte jedoch kaum eine Rolle. Lediglich in der Rede des Jugendbündnisses gab es ausdrückliche Kritik an Aufrüstung und Wehrpflicht. Die jungen Kolleginnen und Kollegen betonten dabei, dass die aktuellen Kriege nicht im Interesse der Arbeiterklasse geführt werden und nur dazu dienen, die Profite der herrschenden Klasse zu vermehren. Diese deutliche, antimilitaristische Position wurde vom Publikum mit lautem Applaus begrüßt.

Der Gehorsam des DGBs gegenüber dem deutschen Staat und seiner herrschenden Klasse ging so weit, dass Kritik am aktuellen Vorgehen im Nahen Osten durch Auflagen stark eingeschränkt wurde. So war das Zeigen von Nationalflaggen verboten und eine klare Ablehnung der Kriege des israelischen Kolonialregimes nicht erwünscht. Daraus resultierend kam es zu einer Situation, in der ein älterer Herr ein Schild mit sich führte, auf dem er den sofortigen Stopp von Waffenlieferungen an die USA und Israel forderte und er dann von der Demonstration entfernt werden sollte. Dabei war keine vollständige Flagge des Iran abgebildet, sondern das Nationalwappen in der Mitte der Flagge durch das Wort „Iran“ ersetzt. Da der Herr nicht bereit war, sein Schild abzulegen, sollte er gehen. Schnell solidarisierten sich ein Dutzend Personen mit ihm und halfen ihm. Nach ewiger Diskussion mit DGB-Vertretung und „Sicherheits“-Personal konnten wir erreichen, dass der Mann bleiben durfte, jedoch die „Flagge“ abkleben musste. Dieses Vorgehen gegenüber antimilitaristischen Positionen stellt eine massive Verschärfung der Repression dar – dagegen gilt es sich zu wehren!

Zum Schluss ließen wir den erfolgreichen Kampftag beim gemeinsamen Grillen ausklingen. Wir blicken zurück auf eine kraftvolle Demo und spannende Gespräche am Infostand und danken allen helfenden Händen, die uns so tatkräftig unterstützt haben.

In jeder Branche, in jedem Betrieb: Kampf dem Kapital und nein zum Krieg!

Jena

Abschaffung des Achtstundentages, Aufrüstung und verschärfter Klassenkampf von oben – die Anlässe für einen kämpferischen 1. Mai bleiben wie jedes Jahr auch 2026 nicht aus. Daher waren wir als KP am 1. Mai in Jena mit vielen Kolleginnen und Kollegen aus ganz Thüringen auf der Straße, um den Angriffen der Kapitalisten solidarisch entgegenzutreten.

Bei sommerlichen Temperaturen sind wir gemeinsam mit unseren Genossinnen und Genossen als Teil des revolutionären Blocks auf der DGB-Demonstration aufgetreten. In dem Block, der gegen Ende knapp ein Drittel der Demonstration ausmachte, konnten wir unseren Positionen mit klassenkämpferischen Parolen selbstbewusst Ausdruck verleihen.

Positiv blicken wir auf die steigende Zahl an Kolleginnen und Kollegen, die sich bewusst sind, dass eine grundlegende Neuausrichtung der Gewerkschaften notwendig ist. Denn klassenkämpferische Gewerkschaften sind zentral, um effektiv Widerstand gegen den Klassenkampf von oben, gegen Sozialkürzungen und Militarisierung des deutschen Imperialismus zu leisten und in den Kämpfen das Klassenbewusstsein herzustellen, das notwendig ist, um den Sozialismus zu erkämpfen.

Die vergangenen und kommenden Kriege gegen unsere Klassengeschwister im Ausland werden am Ende auch auf dem Rücken der Arbeiterinnen und Arbeiter in Deutschland ausgetragen. Damit die Panzer noch schneller produziert werden und noch mehr Geld für unsere Ausbeuter übrigbleibt, sollen unsere Arbeitstage verlängert und unsere Gesundheitsversorgung und soziale Absicherung enorm reduziert werden. Das nehmen wir nicht einfach so hin!

Es ist inakzeptabel, dass jegliche Parolen mit Bezug auf den Freiheitskampf des palästinensischen Volkes von der Demoleitung verboten wurden. Während einige „antideutsche“ Provokateure mitlaufen und ihre menschenfeindliche Ideologie ungestört auf die Straße tragen konnten, wurde mehrmals versucht, dem revolutionären Block aufgrund seines Ausdrucks der internationalen Solidarität die weitere Teilnahme auf der Demo zu verwehren. Das große Interesse an dem revolutionären Block hat uns aber gezeigt, dass zunehmend größere Teile der Klasse mit Sympathie und Vertrauen auf unsere Arbeit blicken. Das stimmt uns zuversichtlich! Also lasst uns gemeinsam weiterkämpfen, nicht nur am 1. Mai, sondern jeden Tag. Organisiert euch in der Kommunistischen Partei!

Kriege werden gemacht – Revolutionen auch! Hoch die internationale Solidarität!

Kassel

In Kassel haben wir uns am diesjährigen 1. Mai an der DGB-Demonstration beteiligt und reihten uns in den antimilitaristischen Block ein. Mit unserer Botschaft „Sie rüsten zum Krieg – Wir rüsten zum Widerstand“, die wir auf unserem gut sichtbaren Hochtransparent in den Block trugen, machten wir unsere Position zu den sich fast täglich zuspitzenden imperialistischen Kriegen deutlich. Mit Sprechchören verurteilten wir die Beteiligung deutscher Konzerne an Kriegsverbrechen weltweit, wobei eine klare Absage an die Sozialpartnerschaft und an die sozialdemokratischen Parteien damit einherging. Durch dieses konsequente Auftreten konnten wir in Kassel weitere Demonstrantinnen und Demonstranten auf uns – die Kommunistische Partei – aufmerksam machen, wobei besonders unser Fokus auf die betriebliche Arbeit und unsere Position zu den imperialistischen Kriegen diskutiert wurden.

Der antimilitaristische Block fand sich dieses Jahr unter der Losung „In Schule, Uni und Betrieb – für das Leben, Krieg dem Krieg“ zusammen. Damit sollte auf die maroden Zustände des Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssystems aufmerksam gemacht werden. Zugleich war die Losung auch als klare Absage an das Motto der DGB-Führung „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ zu verstehen. Auch dieses Jahr zeigte die Führung des Deutschen Gewerkschaftsbunds ihre klar sozialpartnerschaftliche Linie. Sie lud unverhohlen die Bürgermeisterin Nicole Maisch (Die Grünen) der Stadt Kassel für eine Rede ein, welche als Leiterin des Dezernats für Jugend, Gesundheit, Bildung und Chancengleichheit nicht nur als Arbeitgeberin für einen großen Teil des öffentlichen Sektors der Stadt Kassel auf der Bühne stand, sondern in dieser Funktion auch maßgeblich für den desaströsen Zustand der Schulen, Kindertagesstätten und der Sozialarbeit in Kassel verantwortlich ist.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer wurden während der Zwischenkundgebung immer wieder als Partner dargestellt, wobei die Lösung der objektiven Klassengegensätze in Reformen und Annäherungen gesucht wurde. Dabei müssen wir klar machen: „Arbeitnehmer, Arbeitgeber – keine Partner, sondern Gegner!“ Besonders in einer Stadt wie Kassel, einem der größten Rüstungsstandorte Deutschlands und einem klaren Profiteur der Kriegsvorbereitung des deutschen Imperialismus, müssen wir als Kommunistinnen und Kommunisten die Unvereinbarkeit der Klasseninteressen betonen. Wir müssen mit Kolleginnen und Kollegen darüber ins Gespräch kommen, wie die zuletzt beschlossenen Sondervermögen für die Remilitarisierung der BRD mit der Rücknahme von Reformen wie der Abschaffung des Achtstundentages oder der geplanten Wiedereinführung von Karenztagen im Krankheitsfall zusammenhängen.

Für uns ist heute – am 1. Mai – und auch sonst an jedem Tag im Jahr klar: „Rentenkürzung, Lohnraub, Krieg – Das nimmt kein Ende bis zu unserem Sieg!“

Köln

Wir und viele andere der rund 6000 am 1. Mai versammelten Menschen prangerten die Kriegsvorbereitungen und autoritäre Entwicklung der Herrschenden und gleichermaßen den massiven Abbau an Arbeitsschutzgesetzen und Sozialhilfen an. Die Wut vieler auf den Kriegskurs der Regierung wurde besonders bei der Jugend deutlich: „Wir sterben nicht für eure Kriege!“ Aber auch die demonstrierenden Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter stellten sich gegen die Abschaffung des Achtstundentages und die stetige Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen.

Natürlich versuchten die Sozialdemokraten aus DGB-Spitze und SPD jedoch, sich als Retter in der Not zu inszenieren, nur um dabei stets die Erhaltung dieses Systems mit allen Mitteln zu propagandieren. Lauterbach und Burmeister stolzierten der Demonstration voraus unter den zwei Leitsätzen „Mensch vor Marge“ und „Erst unsere Jobs, dann ihre Profite“. Doch wir lassen uns nicht täuschen, dass unsere Forderungen auch nur im Ansatz die Profite und Marge der Herrschenden bedingen oder dass wir für unsere Jobs, und nicht viel eher gegen Entlassungen und die Folgen dieser auf die Straße gehen müssen.

Abseits der DGB-Demonstration konnten wir noch mit zwei Infoständen in der Innenstadt am Breslauer Platz und in Kalk an der Kalker Kapelle auf die Bedeutung des 1. Mai aufmerksam machen. Abends nahmen wir mit laut Veranstaltern 4000 anderen an der rechtsrheinischen 1. Mai-Demonstration mit Start an Kalk Post teil. Obwohl die Anmeldung dieser Demonstration anfangs noch unklar war, blieb die Stimmung relativ friedlich. Trotzdem versuchte die Polizei immer wieder, den vorderen aktionistischen und linksradikalen Block anzugreifen und zog zum Ende hin einige Versammlungsteilnehmer für erkennungsdienstliche Maßnahmen heraus. Die Demonstration zeigte ihre Solidarität mit den Festgenommenen und löste sich erst auf, als die letzten entlassen wurden.

Konstanz

Wir haben gemeinsam die DGB-Demo zum 1. Mai in Konstanz besucht. Diese war kämpferischer und besser besucht als im vergangenen Jahr. Es wurden unter anderem Reden von Menschen aus den ansässigen Betrieben gehalten. Hierbei wurde der verstärkte Druck auf die Arbeiterklasse in Form von beispielsweise Reallohnverlust oder unsicheren Anstellungsverhältnissen sichtbar. Wir konnten auf uns aufmerksam machen, indem wir Parolen angestimmt haben wie zum Beispiel „Bei Ausbeutung, Armut und Zukunftsangst heißt die Antwort Klassenkampf!“

Anschließend haben wir uns mit Interessenten in einem nahegelegenen Park zusammengesetzt, um über die Veranstaltung und über die Reden zu sprechen. Auch haben wir über die aktuelle Lage der Arbeiterklasse und die Angriffe auf diese gesprochen. Hierbei kamen wir auf den Punkt, dass die Antwort Klassenkampf sein muss.

Krefeld und Düsseldorf

Wir liefen im roten Block des Demozuges vom DGB-Haus, über die Kö hinweg und bis zum Willy-Brandt-Haus am Rheinufer mit. Die Stimmung war insgesamt etwas verhalten, nur der hintere Teil machte sich vermehrt durch Sprechchöre und Parolen bemerkbar. Ein wildes Sammelsurium von Parteifahnen und Bannern, welche Bezug zu Arbeitskämpfen und Antimilitarismus nahmen, säumten die Reihen. Zusammen mit unseren Klassengeschwistern trugen wir die Perspektive der Arbeiterklasse ohne Sozialpartnerschaft, ohne Bittstellerei an die Kapitalisten und mit dem unbedingten Ruf nach Selbstbestimmung auf die Straßen.

Am Willy-Brandt-Haus angekommen, bahnten wir uns den Weg durch die verschiedenen Stände bürgerlicher Parteien und Organisationen. Unter dem Ausläufer der Rheinkniebrücke bauten wir spontan einen kleinen Info-Tisch auf und kamen sehr schnell mit einer Vielzahl von Menschen unserer Klasse ins Gespräch. Eine Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nutzte das Gespräch mit uns, um sich Luft zu machen über die Sorgen, die sie aus ihrem eigenen Alltag mitbrachten. Es wurde deutlich, wie dringend diese jungen Menschen einen Ort brauchen, um sich zusammenzuschließen, auszutauschen und sich Gehör zu verschaffen. Auch Menschen aus ehemals sozialistischen Ländern nahmen sich Zeit für eine Unterhaltung mit uns und unterstrichen die Bedeutung des Sozialismus für die Absicherung menschlicher Grundbedürfnisse. Die rege Interaktion, selbst mit dem Kommunismus gegenüber kritisch eingestellten Menschen, war eine sehr positive Erfahrung, welche uns umso motivierter in die Zukunft blicken lässt.

Leipzig

„Bei Ausbeutung, Armut und Zukunftsangst – heißt die Antwort Klassenkampf!“, schallte es über die Karl-Liebknecht-Straße. Die Angriffe auf unsere Klasse werden zahlreicher und unerbittlicher: Reallöhne sinken, Sozialleistungen werden gekürzt, der Achtstundentag und das Recht auf Teilzeit stehen unter Beschuss. Am 1. Mai zogen wir in Leipzig deshalb gemeinsam mit etwa 1200 Teilnehmern der Gewerkschaftsdemonstration vom Volkshaus zum Marktplatz, um gegen die Verschlechterung unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen zu protestieren. Lautstark und sichtbar machten wir deutlich, dass diese direkt mit den Kriegsvorbereitungen des deutschen Kapitals zusammenhängt. Als Arbeiterinnen und Arbeiter müssen wir uns also auch gegen die aktuelle Aufrüstung und Militarisierung zur Wehr setzen. Unser Frontbanner mit der Aufschrift „Gegen die Kriege der Kapitalisten. Sie rüsten zum Krieg – wir rüsten zum Widerstand!“ hob dies hervor.

Der sozialdemokratischen Führung der DGB-Gewerkschaften sagten wir den Kampf an. Sie verbreitet nicht nur die in die Irre führende Idee der Sozialpartnerschaft mit dem Kapital, sondern stellt sich aktiv und offen hinter den Kriegskurs der Bundesregierung. Dass die Gewerkschaftsführungen auf der Seite der Herrschenden stehen, und aus dem 1. Mai – dem Kampftag der Arbeiterklasse – am liebsten ein politisch bereinigtes Event im Sinne der deutschen „Staatsräson” machen würden, unterstrich zuletzt ein geleaktes Papier des Leipziger DGB. Laut diesem seien palästinensische Symbole mindestens „unpassend” bis „vollkommen inakzeptabel“ und kommunistische Gruppen „(hoch)problematisch“. Ordner seien angehalten, sie aus dem sichtbaren Teil der Demonstration auszuschließen oder dieser ganz zu verweisen.

Wir ließen uns allerdings nicht zum Schweigen bringen: Während der Demonstration brachten wir mit palästinensischen Flaggen und Kufiyas unsere Solidarität mit dem Befreiungskampf in Palästina zum Ausdruck und stellten uns entschieden gegen die „deutsche Staatsräson“. Auch einen Palästina-Block musste die DGB-Führung schließlich dulden.

„Rentenkürzung, Lohnraub, Krieg – das nimmt kein Ende bis zu unserem Sieg!“ – An den aktuellen Bestrebungen zur Abschaffung des Achtstundentags wird deutlich: Unsere hart erkämpften Errungenschaften können im Kapitalismus jederzeit durch die Herrschenden zurückgenommen werden. Dagegen müssen wir uns als Klasse organisieren – in den Betrieben und auch in den Gewerkschaften, in denen wir für eine vom Kapital unabhängige und klassenkämpferische Ausrichtung kämpfen. Dieses System hat uns nichts mehr zu bieten als immer neue Krisen und Kriege. Wir aber wissen: „Kriege werden gemacht – Revolutionen auch!“

Leverkusen

Der DGB Leverkusen lud am 1. Mai ein, gemeinsam zur DGB-Demonstration nach Köln anzureisen. Fast 30 Personen kamen zusammen, darunter der Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes Leverkusen und Karl Lauterbach, die beide ein Grußwort hielten. Der Fokus lag bei beiden auf der Verteidigung der erkämpften Rechte, ohne aber einen Angreifer zu benennen. Lauterbach sprach von der Ausübung wirtschaftlichen Drucks auf Deutschland durch China. Wenn man ihn fragt, liegt der Angreifer also außerhalb der eigenen Landesgrenzen. Deshalb sei es unsere „gemeinsame Aufgabe“, Deutschland wieder stark zu machen. Das Motto des DGBs für den ersten Mai 2026 „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ sei gut gewählt, denn Jobs müssen geschützt werden, die Profite dürfen aber auch nicht vernachlässigt werden.

In diesem Moment wurde die Sozialpartnerschaft besonders sichtbar. Eine Zusammenarbeit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, von der beide Seiten profitieren, ist aber unmöglich. Die Interessen dieser Klassen stehen in einem unversöhnlichen Widerspruch zueinander. Das Profitstreben ist gerade die Ursache dafür, dass Löhne gedrückt und Stellen gestrichen werden. Genau deswegen ist eine konsequente Umsetzung der Interessen der Arbeiterklasse nur im Sozialismus möglich, wo die Marktwirtschaft überwunden ist und die Wirtschaft den Bedürfnissen der Menschen dient. Die Politik möchte den objektiv vorhandenen Klassengegensatz verschleiern und uns dazu bringen, unsere Interessen denen der Kapitalisten unterzuordnen. Deshalb brauchen wir eine Kampfpartei, die die Interessen der Arbeiterklasse konsequent vertritt, die Lügen der Politik entlarvt und den Klassenkampf organisiert. Lasst uns sie gemeinsam aufbauen!

Lübeck

In Lübeck beteiligten wir uns gemeinsam mit mehreren hundert anderen an der DGB-Demonstration. Der Demonstrationszug war nicht nur deutlich größer als in den vergangenen Jahren, sondern auch spürbar kämpferischer: Aus verschiedenen Teilen des Zuges waren Parolen zu hören, die sich offen gegen Kompromisse mit der herrschenden Klasse wandten.

Auf dem anschließenden Maifest am Gewerkschaftshaus waren wir mit einem Infostand präsent. Dieses Jahr war das ohne inhaltliche Auflagen möglich. Im Jahr davor wurde die Anmeldung eines Infostandes an umfangreiche Bekenntnisse geknüpft, darunter die „Richtigkeit des Sondervermögens“ oder ein „Bekenntnis zu EU und NATO“.

In den Gesprächen an unserem Stand zeigte sich klar, dass in Zeiten sich zuspitzender Krisen das Bedürfnis nach grundlegenden gesellschaftlichen Alternativen wächst – und dass Sozialismus für viele längst kein Tabu mehr darstellt, sondern als reale Perspektive diskutiert wird.

Aus dem Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen entstand für uns der Eindruck, dass sich ein Bruch abzeichnet: zwischen handzahmer Sozialpartnerschaft der DGB-Führung und der wachsenden Einsicht vieler Beschäftigter, dass diese Strategie keine Antwort auf die aktuellen Herausforderungen bietet.

Mannheim

Als Kommunistische Partei Mannheim nahmen wir an der 1. Mai-Demonstration teil und formierten einen eigenen Block mit unserem Umfeld und internationalen Genossen der russischen RKSM(b).

Eigenständig und unabhängig vertraten wir lautstark unsere Parolen und machten mit kurzen Redebeiträgen unsere Standpunkte deutlich. Wir sagen klar: Der 1. Mai ist unser Kampftag als Arbeiterklasse, als Proletariat. Die Unterdrückung und Ausbeutung unserer Klasse ist das bestimmende Moment hinter den gesellschaftlichen Verhältnissen, und nur wir als Klasse können diese im Kampf gegen die Kapitalisten ändern. Als Arbeiterinnen und Arbeiter müssen wir die Klassenkämpfe geschlossen, organisiert und mit einem klaren Ziel vor Augen führen und so für unsere Interessen und die Überwindung des Ausbeutersystems einstehen.

Eine sozialpartnerschaftliche Position, wie sie auch im Slogan des DGB „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ zum Tragen kommt, lehnen wir strikt ab: Der Slogan verschleiert den Klassengegensatz und schürt Illusionen, dass mit dem Klassengegner ein vorteilhafter Kompromiss zu schließen sei. Doch gute Löhne und Jobsicherheit stehen in direktem Konflikt mit Standortdenken und Militarisierung.

Die DGB-Jugend setzte dem einen eigenen Slogan entgegen: „Unsere Zukunft statt eure Profite!“ In einem Bühnenstück stellte sie sich klar gegen die Militarisierung im Land. Auch wir kritisierten die Gewerkschaftsführung offen in Fragen der Aufrüstung, unter anderem mit unseren Slogans zum klassenkämpferischen Widerstand gegen den Krieg.  Auf der anderen Seite war in diesem Jahr eine Besonderheit, dass auf der Hauptbühne des DGB vor allem Beschäftigte selbst zu Wort kamen – sie berichteten von den Auseinandersetzungen in ihren Betrieben und davon, wie sie sich gegen Stellenabbau und Schließungen wehren. Konkret betroffen ist unter anderem die Eichbaum-Brauerei sowie der ständige Stellenabbau bei den Reinigungskräften der Stadt. An Eichbaum vorbei führte die Demo-Route dieses Jahr zum ersten Mal durch das Arbeiterviertel Neckarstadt, um direkte Solidarität mit den Beschäftigten zu zeigen.

Im Anschluss an die Demonstration kamen wir mit interessierten Arbeiterinnen und Arbeitern ins Gespräch und bewarben unseren Stadtrundgang zum antifaschistischen Widerstand anlässlich des Tags zur Befreiung vom Faschismus, der in der kommenden Woche stattfindet.

Nürnberg

Zum Kampftag der Arbeiterklasse nahmen wir an der Demonstration des DGB teil und brachten unsere Positionen mit Redebeiträgen und Parolen auf die Straße. Das anschließende Straßenfest nutzten wir, um mit Gewerkschaftsaktiven ins Gespräch zu kommen und unseren Workshop zum Thema „Klassenkämpferische Betriebsarbeit“ am Nachmittag zu bewerben.

Beim Workshop setzten wir uns mit den historischen Errungenschaften der Arbeiterbewegung sowie den aktuellen Angriffen auf diese auseinander. Außerdem tauschten wir uns zu unseren Erfahrungen in der betrieblichen Arbeit und der Rolle der Gewerkschaften in diesen aus.

Unser Fazit: Wir müssen uns als Arbeiterklasse organisieren und durch Streiks echten wirtschaftlichen Druck ausüben. Dafür müssen wir uns an unseren Arbeitsorten organisieren und gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen Aktivität entwickeln.

Stuttgart

Auch zum diesjährigen 1. Mai haben wir auf die DGB-Kundgebung und Demonstration in Stuttgart mobilisiert. Mit Genossen, Unterstützern und Freunden der KP haben wir unsere Forderungen auf die Straße getragen. Schleifung des Achtstundentages, Stopp der Aufrüstung und Wehrpflicht sowie die ansteigende Inflation waren generelle Themen der 1. Mai-Teilnehmer.

Nach der Demo sind wir gemeinsam mit unserem Umfeld zu dem 1. Mai-Fest des Stadtteilzentrums Gasparitsch gegangen. Dort waren wir mit einem interaktiven Infostand, einem Büchertisch und der Spendenkampagne für Kuba sichtbar. Wir kamen mit vielen Gästen zu den aktuell diskutierten Angriffen auf die Arbeiterklasse ins Gespräch. Dafür nutzten wir auch das Material, das wir zuvor gemeinsam mit kämpferischen Kolleginnen und Kollegen auf unserem Betriebs- und Gewerkschaftsstammtisch erarbeitet hatten. Die aktuelle Situation wurde mit den historischen Errungenschaften und Kämpfen der Arbeiterbewegung in Verbindung gebracht, wozu es ebenfalls eine Infowand gab.

Tübingen

Rund um den 1. Mai organisierten wir ein eigenes politisches Programm und beteiligten uns an der Demonstration in Tübingen.

Bereits am 29. April kamen wir zu einem Stammtisch mit Pub-Quiz zusammen. In geselliger Atmosphäre verbanden wir politische Diskussion mit Austausch und Vorbereitung auf den Kampftag der Arbeiterklasse.

Am 1. Mai selbst beteiligten wir uns an der Demonstration des DGB, die am Europaplatz startete. Dort traten wir mit klaren politischen Positionen auf und setzten u.a. gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen ein Zeichen gegen Sozialpartnerschaft und Kriegspolitik, mit einem Banner: „Rechtsruck & Aufrüstung – unsere Alternative: Klassenkampf“. Der DGB demonstrierte in diesem Jahr unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“. Diese Gegenüberstellung suggeriert einen Gegensatz, der innerhalb der bestehenden kapitalistischen Produktionsweise nicht auflösbar ist – wer das Profitsystem nicht grundsätzlich in Frage stellt, verteidigt letztlich auch die Bedingungen, unter denen Ausbeutung organisiert wird.

Im Anschluss an die Demonstration waren wir mit einem Infotisch auf dem Marktplatz präsent. Dort verteilten wir Material und führten Gespräche mit Interessierten. Besonders unsere Plakate, die den Zusammenhang von Sozialabbau mit der aktuellen Kriegspolitik thematisierten, stießen auf Resonanz und boten Anlass für Diskussionen.

Am Nachmittag ließen wir den Tag gemeinsam bei einem Picknick auf der Neckarinsel ausklingen.

Wuppertal

Wir nahmen in Wuppertal an der DGB-Demonstration teil. Wir traten kämpferisch auf und machten mit unseren Parolen klar: Die Sozialdemokratie und ihr Programm der Sozialpartnerschaft haben der Arbeiterklasse Deutschlands nichts zu bieten! Im Gegenteil treiben sie die Verelendung und die Kriegsvorbereitungen aktiv an. Was wir brauchen ist konsequenter Klassenkampf, im Betrieb und auf der Straße.

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