Droht Trump mit dem Atomschlag?
Aktuelles von Bob Oskar
Der Krieg von Israel und den USA gegen den Iran zeigt Tag für Tag deutlicher seinen verbrecherischen Charakter. Donald Trump, Präsident der USA und Oberbefehlshaber der wohl immer noch stärksten Armee der Welt, kündigte am Dienstagnachmittag nun offen das nächste Verbrechen an. Wörtlich schrieb er auf seiner Plattform Truth Social: „Heute Nacht wird eine ganze Zivilisation untergehen, um nie wieder zurückzukehren. Ich möchte nicht, dass das geschieht, aber es wird wahrscheinlich so kommen“.
Die Drohung kann nur als Ankündigung des nächsten Völkermords verstanden werden. Die USA verfügen über schätzungsweise 5177 atomare Sprengköpfe und damit neben Russland über das größte Atomwaffenarsenal weltweit – und so definitiv über ein Vielfaches der Mittel, die notwendig wären, um ein Land wie Iran dem Erdboden gleich zu machen. Was vielen Liberalen undenkbar erscheint, sollte nicht ausgeschlossen werden: ein Atomschlag der USA. Die dementierten, das in Erwägung zu ziehen. Doch auch mit konventionellen, nicht-atomaren Waffen ist eine weitere Eskalation denkbar: durch Angriffe auf Wohngebiete und zivile Infrastruktur, auf Kraftwerke, Krankenhäuser, Brücken.
Die USA, eine strauchelnde imperialistische Großmacht, setzt also ganz offen auf Erpressung. Der Iran soll gezwungen werden, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, ansonsten droht ihm die Vernichtung; als Deadline nannte Trump Dienstagabend 20 Uhr (Washington DC), was in Deutschland 2 Uhr in der Nacht auf Mittwoch entspricht. Die Auswirkungen der weitgehenden Sperrung der Meerenge durch Iran sind in der Tat historisch und betreffen Waren- und Lieferketten zahlreicher Rohstoffe und Produkte, die knapp werden und deren Preise gestiegen sind und weiter steigen. Neben Öl und Gas sind hier unter anderem Düngemittel, Schwefel, Methanol, Graphit, Aluminium, Helium, Glycol, Eisenerz- und Stahlpellets zu nennen. Wie der Chef der Internationalen Energieagentur feststellte, brach das Ölangebot durch die aktuelle Sperrung stärker ein als durch die beiden Ölkrisen 1973 und 1979 kombiniert.
Im Irankrieg 2026 hat Trump bereits früher diverse Drohungen aufgestellt: Am 21. März drohte er damit, die Energieversorgung auszulöschen („hit and obliterate“), wenn Iran die Straße von Hormus nicht freigebe. Am 23. März sprach er von „guten und produktiven Unterhaltungen“ und verschob die Deadline am 27. März weiter auf den 6. April. Am 5. April kündigte er an, Dienstag werde „Kraftwerkstag und Brückentag“ („Power Plant Day, and Bridge Day“).
Es spielt keine Rolle, dass Trump ein großes Mundwerk hat und in der Vergangenheit Worten oft keine Taten folgen ließ. Die USA und Israel sind offenbar trotz allgemeiner militärischer Überlegenheit nicht in der Lage, Iran in die Knie zu zwingen – das Resultat könnte eine für beide Länder unkontrollierbare weitere Eskalation sein.
Deutschland ist an all dem unbestreitbar beteiligt: US-amerikanische Militärstützpunkte wie Ramstein (Ramstein Air Base) und in Stuttgart (Africom) sind essentiell für die Kriegsführung. Es ist Augenwischerei, wenn von Teilen der bürgerlichen Politik nun eingestanden wird, dass der Krieg völkerrechtswidrig sei. Ob Atomschlag oder Völkermord auf „konventionellem“ Weg: Die deutsche Bourgeoisie wäre mitverantwortlicher Mittäter.


