Ludwig Fleischer
Es wird von Tag zu Tag immer klarer erkennbar, dass das kapitalistische Weltsystem in einer tiefen Krise steckt, einer Krise, von der es sich niemals erholen wird. Im Gegenteil ist das Ende des Kapitalismus historisch unausweichlich. Dabei ist der Untergang der alten Gesellschaftsform gleichzeitig die Geburt einer neuen, höheren Form des menschlichen Zusammenlebens. Diese nächste Stufe der menschlichen Entwicklung kann nur der Kommunismus sein.
Als Marxisten untersuchen wir eine Gesellschaft anhand ihrer Produktionsweise, das heißt daran, wie produziert wird und vor allem wie die Produkte der Arbeit in der Gesellschaft aufgeteilt werden. Wir Marxisten untersuchen die Organisation der gesellschaftlichen Arbeit. Der Kapitalismus zeichnet sich dadurch aus, dass eine Minderheit aus Eigentümern, die Kapitalistenklasse, die Produktionsmittel in der Form von Privateigentum besitzt und verwaltet, während eine besitzlose Klasse, die Arbeiterklasse, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten verkaufen muss, um zu überleben. In diesem gesellschaftlichen Verhältnis wird die Arbeitskraft der Arbeiterklasse durch die Kapitalisten ausgebeutet, um Mehrwert und damit Profit zu generieren. Das ist das Wesen der kapitalistischen Produktionsweise und damit das auszeichnende Merkmal unserer Gesellschaft.
Auch der Kommunismus zeichnet sich dadurch aus, wie die gesellschaftliche Arbeit organisiert ist. In diesem Artikel soll es darum gehen, wie die kommunistische Produktionsweise aussehen muss und welche Vorteile sie mit sich bringt. Wir können vorwegnehmen, dass diese Produktionsweise nur die zentrale Planwirtschaft sein kann. Es ist unsinnig zu behaupten, man müsse sich keine Gedanken darüber machen, wie eine zentrale Planwirtschaft heute konkret aussehen könnte, und man darf sich bei dieser Frage auch nicht hinter den spektakulären Erfolgen der sowjetischen Wirtschaft in den 1930er und 1940er Jahren verstecken. Die ideologischen Feinde des Marxismus weisen zu Recht darauf hin, dass die Rechnungs- und Informationsproblematik heutzutage sehr viel komplizierter ist als in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Produktionsprozesse und Lieferketten sind viel komplexer geworden und beim heutigen Entwicklungsstand der Produktivkräfte sind die Herausforderungen bei der zentralen Planung einer Volkswirtschaft im Konkreten ganz andere, als sie es damals waren. Wir müssen als Marxisten konkrete Antworten auf diese Herausforderungen entwickeln und können uns vor diesen Fragen auch nicht drücken, da der letztendliche Erfolg der Revolution in Gänze von ihnen abhängt. Ohne eine Beantwortung dieser Fragen wird der Aufbau des Kommunismus nach kürzester Zeit scheitern. Außerdem birgt das Verfolgen unkonkreter Vorstellungen über die kommunistische Produktionsweise zwangsläufig die Gefahr, dass falsche Vorstellungen über die Lösung der angesprochenen Probleme verfolgt werden, die letztendlich den Aufbau des Kommunismus schwächen oder gar verhindern können. Ein Beispiel hierfür sind Ideen eines sogenannten „Marktsozialismus“, bei dem Elemente des Kapitalismus, wie beispielsweise Marktmechanismen und das Wertgesetz, instrumentalisiert werden sollen, um den Kommunismus aufzubauen. In diesem Artikel soll also auch klargemacht werden, wie Kommunismus eben nicht aussehen kann. Auch werden wir darauf eingehen, warum es ein Irrtum ist, dass Kommunismus zwangsläufig zu Ineffizienz und Armut führe.
Was ist die kommunistische Produktionsweise?
Ihre historische Voraussetzung
Sprechen wir von Kommunismus, so meinen wir damit eine Gesellschaft, die auf einer bestimmten Produktionsweise, der kommunistischen Produktionsweise, aufgebaut ist. Hierin ist schon enthalten, dass es eben nur eine kommunistische Produktionsweise gibt. Entweder ein Industriezweig unterliegt der kommunistischen Produktionsweise, oder er tut das nicht. Die Kommunistische Partei (KP) kämpft dafür, diese Produktionsweise in der gesamten nationalen Wirtschaft zu etablieren. Es ist jedoch klar, dass es sich dabei um einen schrittweisen Prozess handeln muss: Es kann nicht von jetzt auf gleich, mit einem Fingerschnippen quasi, jede Industrie in vollkommen neue Verhältnisse gestoßen werden.1 Welche Produktionszweige zu welchem Zeitpunkt in die neuen Produktionsverhältnisse überführt werden, ist dabei eine sehr konkrete, historische und politische Frage, um die es hier nicht gehen soll. Daher rührt aber, dass die Geburt der kommunistischen Gesellschaft ein langer Prozess ist, der nach und nach umgesetzt werden wird. Um deswegen zwischen einem „unreifen“ und einem „reifen“ Kommunismus zu unterscheiden, ist es unter Marxisten gängige Praxis, die Begriffe „Sozialismus“ und „Kommunismus“ zu verwenden. Sozialismus soll damit einen „unreifen“ Kommunismus bezeichnen, also eine Gesellschaft, in der der Übergang sämtlicher Produktion zur kommunistischen Produktionsweise noch nicht abgeschlossen ist. Die Produktionsweise, die generell realisiert werden soll, ist jedoch dieselbe. Der Sozialismus ist also vom Kommunismus als Produktionsweise überhaupt nicht zu unterscheiden (wie es zum Beispiel Walter Ulbricht behauptete).2 Der Sozialismus wird nicht revolutionär überwunden, damit der Kommunismus folgen kann, sondern der Sozialismus wächst zum Kommunismus heran – die Produktionsweise des Sozialismus-Kommunismus wird vertieft. So ist der Kommunismus „nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben [wird]“, sondern „die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt.“3 Die kommunistische Produktionsweise ist damit auch keine ferne Fantasie, sondern direkt nach dem Erkämpfen der politischen Macht durch die Arbeiterklasse umsetzbar (wenn auch nur als Teil einer unreifen, sozialistischen Gesellschaft, nicht allumfassend). So viel zur Begriffsklärung. Diese Fakten können wir schon feststellen, ohne überhaupt zu wissen, wie die kommunistische Produktionsweise genau aussieht.
Um jetzt die kommunistische Produktionsweise verstehen zu können, müssen wir, wie so oft, etwas weiter vorne anfangen, nämlich bei der kapitalistischen Produktionsweise. Wie bereits in der Einleitung angedeutet, ist die kapitalistische Produktionsweise dadurch bestimmt, dass die Kapitalisten die Arbeitskraft der Arbeiterklasse ausbeuten, um Profit zu generieren. Damit dies möglich ist, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, Voraussetzungen aber, die durch die kapitalistische Produktion, wo sie einmal hergestellt ist, durchgängig produziert, reproduziert und vertieft werden. Einerseits ist es notwendig, dass ein ausreichend entwickelter Warenmarkt besteht. Menschen müssen als Eigentümer von Waren diese auf dem Markt gegen Geld eintauschen und von diesem Geld dann wieder Waren kaufen können. Das heißt es nämlich für ein Arbeitsprodukt, Ware zu sein – dass man es erstens, nicht nur gebrauchen, sondern auch frei tauschen kann und dass es zweitens nicht zur unmittelbaren Konsumtion, sondern gezielt zum Austausch produziert wird. Man spricht in diesem Sinne vom Doppelcharakter der Ware. Andererseits ist notwendig, dass es Menschen gibt, die ihre Arbeitskraft als Ware auf dem Markt anbieten. Der Kapitalist kann sich diese Arbeitskraft dann wie jede andere Ware kaufen und beispielsweise zum Bedienen seiner Maschinen einsetzen. Da der Wert einer Ware durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit bestimmt ist, die zu ihrer Produktion benötigt wird, erzeugt der Arbeiter durch seine Arbeit einen Neuwert, der in seinem Arbeitsprodukt steckt. Daneben beinhaltet das Arbeitsprodukt all den Wert, der durch die Rohstoffe, die Abnutzung der Maschinen und dergleichen bereits vorausgesetzt ist und sich auf das Arbeitsprodukt überträgt. Der Neuwert der Ware muss also ausreichen, um einerseits die Arbeitskraft zu bezahlen und andererseits die Produktion durch den Kauf neuer, wertmäßig größerer Massen an Maschinen, Rohstoffen, etc. auszuweiten, das heißt Kapital zu akkumulieren. Den Teil des Neuwerts, der (unter anderem) für letzteres verwendet wird, nennt man Mehrwert.4 Diesen Mehrwert eignet sich der Kapitalist an, ohne für diesen gearbeitet zu haben, weswegen Marxisten von Ausbeutung sprechen. Die Produktion von Mehrwert ist das Wesen der kapitalistischen Produktionsweise, ihr schlussendliches Resultat und ihr bestimmender Zweck. Die kapitalistische Produktionsweise lässt sich also charakterisieren als die Produktion von Mehrwert für einen Markt, auf dem sich die Warenbesitzer als private Eigentümer gegenüberstehen.5 Die Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise bedeutet damit die Überwindung der Produktion von Mehrwert, also die Überwindung des Privateigentums an den Produktionsmitteln. Diese Überwindung wird vom Kapitalismus bereits vorbereitet und gibt Aufschluss darüber, wie die kommunistische Produktionsweise aussehen muss.
Marx analysiert die kapitalistische Produktionsweise in seinem umfangreichen Werk „Das Kapital“ (MEW 23-25). Er analysiert sie dabei in ihrem Werden, also wie sie aus den jeweiligen historischen Voraussetzungen entstand und entstehen musste, und er analysiert insbesondere die Richtung, in die sie sich entwickelt: Nämlich an ihr unausweichliches Ende. Dem Kapitalismus wohnen viele Gesetze inne, die sich aber stets gegenseitig durchkreuzen und beeinflussen, von vielen realen „Zwischenfällen“ gestört werden können und die immer nur als allgemeine Bewegungstendenzen tatsächlich zu Tage treten. Nichtsdestotrotz beschreiben sie die Gesetzmäßigkeit des allgemeinen Gangs der Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft. Damit geben sie aber auch Aufschluss darüber, wie der Kommunismus aussehen wird, denn dieser kann nur auf der Grundlage seiner eigenen historischen Voraussetzungen entstehen. Eine dieser kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten ist die Vertiefung der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Diese „Vergesellschaftung der Arbeit“, die vereinzelte Tätigkeiten in gemeinsame Tätigkeiten voneinander abhängiger Individuen verwandelt, ist ein Prozess, der historisch immer stattgefunden hat. Im Kapitalismus vollzieht sich dieser Prozess aber so schnell wie nie zuvor. Denn für das Kapital gilt es immer, den Gewinn zu maximieren, wozu es viele Möglichkeiten gibt. Eine davon ist beispielsweise die Vertiefung der Kooperation, also die Konzentration vereinzelter Arbeiten zu einer „Arbeit vieler, die in demselben Produktionsprozeß oder in verschiednen, aber zusammenhängenden Produktionsprozessen planmäßig neben- und miteinander arbeiten.“6 Es ist beispielsweise kosteneffizienter, hundert Arbeiter in einer großen Fabrik einzustellen, als je zehn Arbeiter in zehn kleinen Fabriken. Tatsächlich ist die Vertiefung der Kooperation selber ein wesentlicher Ausgangspunkt der Entwicklung des Kapitalismus:
„Vor der kapitalistischen Produktion […] bestand allgemeiner Kleinbetrieb auf Grundlage des Privateigentums der Arbeiter an ihren Produktionsmitteln: der Ackerbau der kleinen, freien oder hörigen Bauern, das Handwerk der Städte. Die Arbeitsmittel – Land, Ackergerät, Werkstatt, Handwerkszeug – waren Arbeitsmittel des einzelnen, nur für den Einzelgebrauch berechnet, also notwendig kleinlich, zwerghaft, beschränkt. Aber sie gehörten eben deshalb auch in der Regel dem Produzenten selbst. Diese zersplitterten, engen Produktionsmittel zu konzentrieren, auszuweiten, sie in die mächtig wirkenden Produktionshebel der Gegenwart umzuwandeln, war grade die historische Rolle der kapitalistischen Produktionsweise und ihrer Trägerin, der Bourgeoisie.“ (MEW 20, S. 250)
Die Bourgeoisie treibt die immerwährende Konzentration von Produktionsmitteln in den Händen einzelner Kapitalisten also aktiv an, was einerseits eine weitere Vertiefung der Kooperation ermöglicht und andererseits von der Vertiefung der Kooperation erzwungen wird. Marx geht so weit, dies als „die historische Rolle“ der kapitalistischen Produktionsweise zu bezeichnen. Mit der Entwicklung der Kooperation wird auch die planmäßige Koordination der einzelnen Arbeiter wichtiger. Im Kapitalismus erfolgt dies durch das Kommando des Kapitalisten bzw. „der Firma“. Innerhalb eines Konzerns wird also bereits heute „geplant“, in dem Sinne, dass die Arbeitsprozesse über viele Produktionsstätten und Verwaltungsebenen hinweg von oben nach unten durchstrukturiert sind, und ihr reibungsloser Ablauf an der Disziplin der einzelnen Einheiten hängt. Im Monopolkapitalismus tritt dies besonders stark in Erscheinung: Je größer der Konzern, desto zentralisierter ist dessen Planung. Doch auch die Produktionsprozesse einzelner Unternehmen sind heute verwobener denn je. Beispielsweise sind die Handelsketten zur Produktion eines Smartphones extrem globalisiert. Die Rohstoffe beginnen ihren Weg in den Minen Afrikas, werden mit Container-Schiffen nach Asien verfrachtet, verarbeitet und schließlich bis nach Europa transportiert. Die Produktion eines Smartphones ist ein Beispiel einer stark gesellschaftlichen Arbeit, an dem viele Unternehmen und noch viel mehr Arbeiter beteiligt sind. Mit Hinblick auf die historisch nächste Produktionsweise, die kommunistische Produktionsweise, ist wichtig zu begreifen, dass das Rad der Zeit hier nicht zurückgedreht werden kann: Man kann die Vergesellschaftung der Arbeit nicht umkehren. Es ist eine technische und damit auch politische Unmöglichkeit. Entwicklung und Anwendung der gesellschaftlichen Produktivkräfte setzen heute also, auch ganz abgesehen von der kapitalistischen Produktionsweise, Kooperation auf großer Stufenleiter voraus.7 Die Produktion eines Smartphones wird auch im Sozialismus noch sehr kompliziert sein und davon abhängen, dass alle besonderen Teilarbeiten reibungslos und im Einklang miteinander ablaufen können. Weiterhin sollen sich die Produktivkräfte auch im Sozialismus weiterentwickeln und der technologische Fortschritt beschleunigt werden, womit die Arbeitsprozesse zwangsläufig noch kombinierter werden. Wir haben als eine der historischen Voraussetzungen der kommunistischen Produktionsweise damit die Notwendigkeit der zentralen Leitung hochkomplizierter, miteinander stark verwobener gesellschaftlicher Arbeitsprozesse.
Sozialismus bedeutet zentrale Planwirtschaft und Herrschaft der Arbeiterklasse
Mit der sozialistischen Revolution wird die Herrschaft der Kapitalistenklasse beendet und durch die Herrschaft der Arbeiterklasse ersetzt, die die kommunistische Produktionsweise nach und nach aufbaut und damit den Klassengegensatz aufhebt.8 Der politische Sturz der Kapitalistenklasse ist die Voraussetzung dafür, dass der Kommunismus aufgebaut werden kann. Die zentrale Planung muss also direkt von der Arbeiterklasse selber durchgesetzt werden. Die Arbeiterklasse, anstatt der Kapitalisten, muss planen, was produziert wird. Hierdurch wird es möglich die gesellschaftliche Produktion unmittelbar auf die Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse auszurichten. Allerdings wird die Planung nur dadurch wirklich gesamtgesellschaftlich, dass sie gesamtgesellschaftlich-zentral geplant wird: Es gibt, was die kommunistische Produktionsweise betrifft, nur noch einen Eigentümer an den Produktionsmitteln, nämlich die Gesellschaft als Ganzes, repräsentiert durch den Staat der Arbeiterklasse. Bleiben die Produktionseinheiten relativ zersplittert und folgen sie ihren eigenen, „kleinen“ Plänen, so treten sich die Produktionseinheiten als private Produzenten gegenüber. Sie müssen dann notwendig produzieren, um miteinander zu tauschen. Die Produkte werden also wieder zu Waren. Beim Austausch auf diesem „Markt“ setzen sich notwendigerweise die Gesetze des Warentauschs durch. Diese entstehen nämlich genau dadurch, dass „blind“ und „zufällig“, eben ohne gesellschaftlichen Plan die Produkte der Arbeit gegeneinander ausgetauscht werden. Aus den grundlegenden Gesetzen des Warentauschs aber entspringen alle Gesetze des Kapitalismus. Die Warenproduktion erzeugt den Kapitalismus an jeder Stelle ihres Bestehens: „Der Boden der Warenproduktion kann die Produktion auf großer Stufenleiter nur in kapitalistischer Form tragen.“9 Sie kann also nur insofern im Sozialismus fortbestehen, als dass sie in gewissen Sphären der Produktion aus politischen oder ökonomischen Gründen noch nicht überwunden ist.10 Sie ist ein Überbleibsel der alten Gesellschaft, welches nur im unreifen Kommunismus, im Sozialismus, existieren kann. Die Produktion von Waren für den Austausch widerspricht ohnehin der Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse. Die privaten Produzenten besprechen sich nur bedingt, stimmen ihre Produktion nicht vollständig aufeinander ab, sie können stets nur ihren eigenen Plan betrachten. Wäre das nicht so, würden sie auch gar nicht mehr privat produzieren. Sie würden einem gemeinsamen Plan folgen. Planwirtschaft und Warentausch sind also direkte Gegensätze: Wo die Planwirtschaft herrscht, gibt es keinen Warentausch, und wo Warentausch herrscht, gibt es keinen Plan. Die Überwindung des Privateigentums und der Warenproduktion schließt also notwendigerweise bereits ein, dass sämtliche relevanten Produktionsmittel in den Händen der gesamten Gesellschaft liegen. Kleinbürgerliche Auffassungen eines Sozialismus der Genossenschaften (der sogenannten „worker cooperatives“) sind daher nur eine Weiterführung der Warenproduktion, die notwendig zur Zersetzung dieses „Sozialismus“, damit zur Schwächung der Diktatur des Proletariats und schließlich zur Konterrevolution führen muss.
Auch die Zuteilung der Produkte muss notwendig ohne Marktmechanismen auskommen. Bei der gesellschaftlichen Regelung der planmäßigen Zuteilung der Produkte geht es nicht darum, jedem Menschen einfach diese oder jene Menge jedes einzelnen Konsumguts zuzuweisen. Große industrielle Maschinen beispielsweise würden direkt an die jeweiligen Produktionsstandorte zugeteilt werden. Wenn eine Automobilfabrik zehn neue Roboter braucht, dann wird dies je nach den konkreten Möglichkeiten in den Plan integriert und die Roboter werden nach ihrer Produktion an die Fabrik geliefert. Hierbei wird an keiner Stelle von der Fabrik für die Roboter gezahlt. Die Roboter sind auch keine Waren, denn sie werden nicht produziert, um den Eigentümer zu wechseln. Der Eigentümer ist und bleibt an jedem Punkt die Gesellschaft, das heißt im Endeffekt also der sozialistische Staat. Dies ist ganz ähnlich wie innerhalb eines kapitalistischen Unternehmens, wo keine Waren getauscht, sondern nur innerhalb des Unternehmens „bewegt“ werden (wenn z.B. VW seine Roboter von einer in die andere Fabrik verlegt).
Wie sieht es jedoch mit der Verteilung von Konsumgütern aus? Im Sozialismus wird jede arbeitsfähige11 Person gleichermaßen zur Arbeit verpflichtet. Weil innerhalb einer auf gesellschaftlichem Eigentum an den Produktionsmitteln beruhenden Gesellschaft die Produzenten die Produkte ihrer Arbeit nicht austauschen, sind diese keine Waren mehr. Deshalb erscheint die im Produkt vergegenständlichte Arbeit auch nicht mehr als Wert der Produkte, „da jetzt, im Gegensatz zur kapitalistischen Gesellschaft, die individuellen Arbeiten nicht mehr auf einem Umweg, sondern unmittelbar als Bestandteile der Gesamtarbeit existieren.“12 Die Verteilung der gesellschaftlich produzierten Konsumgüter folgt deshalb einem anderen Modus als im Kapitalismus: Sie erfolgt nicht mehr über die Zahlung eines Lohns, der für den Kauf von Gütern auf dem Markt verwendet werden kann. Stattdessen bekommt der individuelle Arbeiter einen Schein über seine geleistete Arbeitszeit, der gegen Konsumgüter eingetauscht werden kann. Es kann dabei eine Menge an Konsumgütern erstanden werden, die gleichviel Arbeitszeit „gekostet“ haben, wie der individuelle Scheininhaber geleistet hat. Der Arbeiter „erhält von der Gesellschaft einen Schein, dass er soundso viel Arbeit geliefert […], und zieht mit diesem Schein aus dem gesellschaftlichen Vorrat von Konsumtionsmitteln soviel heraus, als gleich viel Arbeit kostet.“ Mit anderen Worten geht der Konsument seine Produkte „einkaufen“; doch nur auf der Oberfläche handelt es sich um einen wirklichen Kauf von Waren mit Geld. Das Produkt ist keine Ware mehr, da es der Gesellschaft gehört und von dieser dem Konsumenten über einen Schein nur zugewiesen wird. Der Schein ist auch kein Geld, da er erstens keine Ware erkauft und zweitens nicht zirkuliert: Nachdem der Schein für Konsumtionsmittel eingetauscht wurde, wird er vernichtet und er ist nicht zwischen Personen übertragbar. Es handelt sich bei diesen „Arbeitsmarken“ also um einen gesellschaftlich geregelten und bewusst umgesetzten Mechanismus, der die planmäßig produzierten Produkte planmäßig auf die Gesellschaft aufteilt. Dabei ist dann auch wie heute gewährleistet, dass der Konsument selbst entscheiden kann, ob er sich Wurst oder Käse holt.
Wir haben dargestellt, wie die kommunistische Produktionsweise in ihren Grundzügen aussehen muss. Wie die wirtschaftliche Organisation im Sozialismus aussieht, hat eine eindeutige Antwort. Es handelt sich um eine zentrale Planwirtschaft, die unter der Herrschaft der Arbeiterklasse umgesetzt wird. Die großen, bereits hoch konzentrierten Produktionszweige werden als einer der ersten Schritte der Revolution umgehend und vollständig verstaatlicht. Für weniger konzentrierte Produktionseinheiten, wie beispielsweise im kleinen Handwerk, bilden Kollektive eine geeignete Übergangsform.13 Ziel ist dabei letzten Endes aber immer die Unterwerfung sämtlicher gesellschaftlichen Produktion unter einen gesamtgesellschaftlichen Plan. Es ist also festzuhalten, dass eben nicht „verschiedene“ Modelle des Sozialismus gleichberechtigt neben allen anderen stehen. Es kann hier unter konsequenten Marxisten-Leninisten überhaupt keine Debatte geben. Sozialismus kann nur auf gemeinschaftlichem Eigentum, zentraler Planwirtschaft und Herrschaft der Arbeiterklasse aufbauen. Alles andere wäre ein Zurückbleiben in der Warenproduktion und damit letzten Endes in chaotischer und krisenhafter Produktion, die sich nicht unmittelbar an den Bedürfnissen orientieren kann und die immer auch die Grundlage für eine kapitalistische Restauration legt.
Gartengemüse
Aber: Was ist wenn man privat in seinem Garten Tomaten anbaut und dann gegen Gurken aus dem Garten des Nachbarn tauscht? Handelt es sich hierbei nicht auch um Warentausch? Augenscheinlich sieht das so aus: Man arbeitet (gießt, pflegt, erntet die Tomaten) und tauscht dann das Arbeitsprodukt gegen ein anderes (die Gurken). Und vermutlich wird nicht ein Kilo Tomaten gegen hundert Kilo Gurken getauscht, sondern das Verhältnis wird ein ansatzweise faires sein, mit dem beide Partien zufrieden sind. Vielleicht orientieren sich beide sogar bewusst an der verausgabten Arbeitszeit. Ist das dann nicht ganz klar ein Austausch von Waren und Werten? Nein, ist es nicht, denn das Gemüse wird nicht zum Austausch auf einem mehr oder weniger entwickelten Markt produziert. Das Verhältnis ist dasselbe als würde das Gemüse innerhalb einer Familie oder nur für einen selbst produziert werden. Es ist keine Produktion, die wirklich gesellschaftlich ist. Erst dann, wenn „der Austausch bereits hinreichende Ausdehnung und Wichtigkeit gewonnen hat, damit nützliche Dinge für den Austausch produziert werden, der Wertcharakter der Sachen also schon bei ihrer Produktion selbst in Betracht kommt“14, und das auf einem gesellschaftlichen Maßstab, erhält das Arbeitsprodukt wirklich den Doppelcharakter von Gebrauchswert und Wert, wird das Arbeitsprodukt wirklich Ware. Das ist in diesem Beispiel nicht der Fall. Die in diesen Arbeitsprodukten vergegenständlichte Arbeit nimmt auch nicht den Doppelcharakter von konkreter und abstrakter Arbeit an und letztere bildet damit auch keine Werte. Auch im Sozialismus-Kommunismus ist es also noch möglich, mit seinen Nachbarn Gartengemüse zu tauschen, ohne das Fundament der Produktionsweise auszuhöhlen. Deswegen sprechen Kommunisten auch davon, alle wesentlichen Produktionsmittel zu vergesellschaften. Das sind die Produktionsmittel die tatsächlich schon jetzt gesellschaftlich angewandt werden, das bedeutet Stromnetze, Stahlindustrie, Eisenbahn etc., und gerade nicht jede letzte Handsäge aus jedem letzten Keller – eben auch nicht die private Gießkanne und das eigene Tomatenbeet.
Zur Frage des Staats
Gelegentlich kommt das Missverständnis auf, dass die kommunistische Produktionsweise gar nicht auf verstaatlichten Produktionsmitteln beruhen kann, da es in der kommunistischen Gesellschaft, im Sinne einer hochentwickelten, reifen Form des Kommunismus, ja gar keinen Staat mehr geben soll. Letzteres ist grundsätzlich richtig. Staaten dienen der Verwaltung von Klassengegensätzen und sind damit Instrumente der Herrschaft einer Klasse über die andere. Im Kapitalismus dient der Staat der Bourgeoisie. Im Sozialismus herrscht die Arbeiterklasse, der Staat ist die Diktatur des Proletariats. Und auch hier dient der Staat dem Zweck der Unterdrückung einer Klasse durch die andere: Die heimische und internationale Bourgeoisie wird durch die Arbeiterklasse unterdrückt, das Privateigentum nach und nach abgeschafft und der Kommunismus aufgebaut. Am Ende dieser langwierigen Entwicklung steht die weltweite klassenlose Gesellschaft: der Kommunismus. Und mit dem Verschwinden der entmachteten und reaktionären Bourgeoisie und dem Verschwinden des Klassengegensatzes überhaupt, verschwindet auch nach und nach die Notwendigkeit eines speziellen Unterdrückungsapparats. In diesem Sinne verschwindet der Staat – er stirbt ab. Das bedeutet aber keineswegs, dass damit die zentrale Planung aufhört. Im Gegenteil wird die Wirtschaft im Weltkommunismus zentralisierter sein als alle vorangegangenen Ökonomien es je waren. Lediglich der eine Aspekt des öffentlichen Lebens, die Unterdrückung einer Klasse durch die andere, wird verschwinden. Eine zentrale Körperschaft, die im allgemeinen Sprachgebrauch als „Staat“ bezeichnet werden könnte, bleibt aber notwendig bestehen. Es handelt sich aber um keinen Staat im klassischen Sinne des Marxismus. Die personellen und organisatorischen Strukturen des Staats der Diktatur des Proletariats bleiben grundsätzlich bestehen – diese hören nur nach und nach auf, wirklich einen Staat im marxistischen Sinne, das heißt einen Unterdrückungsapparat zu bilden. Vollständig verschwinden werden über die Zeit nur diejenigen Organe der „Staatsmacht“, die allein auf die Unterdrückung der Reaktion beziehungsweise die Sicherung der Revolution ausgerichtet sind, also z. B. politische Polizei, Militär und Geheimdienste. Die Planungsbehörden, Räte, Kommissionen usw. bleiben erhalten und bilden als solche keinen Staat im marxistischen Sinne. Sie bilden lediglich die „allgemeine Assoziation aller Gesellschaftsmitglieder zur gemeinsamen und planmäßigen Ausbeutung der Produktionskräfte.“15 Die zentrale Planwirtschaft ist also auch in einer staatenlosen Zukunft möglich und notwendig.
Die Überlegenheit der zentralen Planwirtschaft
Marx und Engels betonten stets, dass die Bourgeoisie in der Geschichte eine höchst revolutionäre Rolle gespielt hat. Ganz explizit beschreiben sie das im Manifest der Kommunistischen Partei: Die Bourgeoisie hat „durch ihre Exploitation des Weltmarkts die Produktion und Konsumtion aller Länder kosmopolitisch gestaltet“, sie „hebt mehr und mehr die Zersplitterung der Produktionsmittel, des Besitzes und der Bevölkerung auf“, sie hat „massenhaftere und kolossalere Produktionskräfte geschaffen als alle vergangenen Generationen zusammen.“16 Zu diesem Zwecke musste die Bourgeoisie die alten Produktionsverhältnisse des Feudalismus beseitigen. Zölle, die den Handel hemmten, zersplitterte Manufakturen und kleine Handwerker, leibeigene Bauern – damit konnte die Bourgeoisie nichts anfangen. Sie brauchte einen freien Weltmarkt, große Fabrikhallen und freie Lohnarbeiter. Der Rahmen des Feudalismus wurde zu eng für die Entwicklung der Produktivkräfte, deren Träger die Bourgeoisie war. Diese Fesseln mussten gesprengt werden und sie wurden gesprengt.
Wir erleben heute eine ähnliche Bewegung. Überall stößt die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte an die Grenzen des überkommenen kapitalistischen Systems. Ein modernes Beispiel hierfür bietet die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Corona-Virus. Die verschiedenen, Milliarden-Geschäfte witternden Pharma-Konzerne versuchten sich im Rennen um einen Impfstoff gegenseitig zu überholen. Die Ergebnisse der Wissenschaftler des einen Konzerns waren denen des anderen nicht bekannt. So wurde die Forschung an einem Impfstoff tatsächlich verlangsamt. Auch das allen bekannte Phänomen der „planned obsolescence“ ist ein Ausdruck kapitalistischer Ineffizienz. Verschiedenste elektronische Geräte, beispielsweise Smartphones, Kaffeemaschinen, Küchengeräte, werden extra so produziert, dass sie schnell kaputtgehen, schwierig zu reparieren sind und in wenigen Jahren ersetzt werden müssen. Das ist nur natürlich: Wenn jeder ein haltbares, gutes Smartphone hat, wird keiner mehr Smartphones kaufen. Und nur die wenigsten Arbeiterinnen und Arbeiter haben Nutzen für zehn Kaffeemaschinen. Hierbei handelt es sich nicht um eine neue Erscheinung. Die berüchtigten „Superfest“-Gläser der DDR wurden nach der Annexion durch die BRD nicht weiter produziert. Bei diesen Gläsern handelte es sich um nahezu unzerbrechliche Trinkgläser, die zur Standardausstattung ostdeutscher Kneipen gehörten. Die westlichen Investoren wussten, dass unzerbrechliche Gläser nicht ersetzt werden müssten, und wollten deshalb die Produktion nicht weiterführen.
Im Sozialismus wird das Profitmotiv beseitigt. Die Ausrichtung der gesamten gesellschaftlichen Produktion auf die Befriedigung der sich immer ausweitenden Bedürfnisse der Gesellschaft überwindet die Fesseln der alten, kapitalistischen Produktionsweise. Die „planned obsolescence“ wird nicht mehr existieren, denn wenn es um die Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse geht, sind Haltbarkeit, einfache Instandhaltung und Effizienz maßgeblich – und nicht die sogenannte „Rentabilität“. In der DDR ging es mit den Superfest-Gläsern ähnlich zu: Die Menschen hatten irgendwann genug Gläser, die Produktion wurde also zurückgefahren. Dadurch werden wiederum Produktivkräfte frei, denn die Arbeit, die früher in die Produktion von Gläsern floss, kann jetzt anderswo aufgewendet werden.
Auch die Arbeitslosigkeit wird überwunden: Während der Kapitalismus eine Masse an Arbeitslosen („industrielle Reservearmee“) hervorbringt, strebt der Sozialismus danach sämtliche Produktivkräfte der Gesellschaft möglichst effizient zur Bedürfnisbefriedigung zu verwenden. Arbeitslosigkeit ist eine Verschwendung gesellschaftlicher Produktivität. In Deutschland sind ca. drei Millionen Menschen als arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote liegt bei über 6 Prozent. Das bedeutet umgerechnet, dass eine planmäßige Beschäftigung der momentan als arbeitslos Gemeldeten das Arbeitsvolumen um ungefähr 6 Prozent steigern würde.
Durch die Zentralisation werden auch erstmals sämtliche Produktionsmittel der Gesellschaft in möglichst aufeinander abgestimmter Weise rational und bewusst angewandt. Jede letzte Maschine kann genau an den Ort gebracht werden, an dem sie momentan am meisten gebraucht wird oder wo sie insgesamt am sparsamsten eingesetzt werden kann. Durch die planmäßige Produktion und die Beseitigung der Konkurrenz auf einem Markt wird die „Anarchie der Produktion“ und damit das Aufkommen von Überproduktionskrisen überwunden. Es wird genau so viel produziert, wie benötigt wird. Die periodische Zerstörung von Arbeitsprodukten, die den Reichtum der Gesellschaft ausmachen, gehört dann der Vergangenheit an. Nach dem Sieg des Kommunismus auf Weltmaßstab fällt auch die Möglichkeit des imperialistischen Kriegs weg, da dieser im Gegensatz zur kapitalistischen Gesellschaft keine Vorteile mehr mit sich bringt. Die massenhafte Vernichtung von Mensch, Natur und Wirtschaft, die der Krieg mit sich bringt, gehören dann der Vergangenheit an. Durch die planmäßige Zuordnung gesellschaftlicher Arbeit auf die verschiedenen Zweige der Produktion kann erstmals das langfristige Wohl der Menschheit gegenüber kurz- oder mittelfristiger Profitinteressen in den Vordergrund treten. Die Forschung an klimaneutralen Energiequellen und die Umstellung auf umweltfreundliche Produktionsmethoden können besonders vorangetrieben werden, weil es kein Interesse mehr gibt, welches dagegen steht.
In diesem Sinne sprengt die kommunistische Produktionsweise die Fesseln des Kapitalismus. Erst im Kommunismus können die gewaltigen Kräfte, die heute in der gesellschaftlichen Arbeit schlummern, voll entfesselt werden. Im Sozialismus-Kommunismus wird die Entwicklung der Technik, der Wissenschaft und der Kultur viel umfassender vorangetrieben werden als es im Kapitalismus jemals möglich sein wird.
1 „Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andre.“ (MEW 19, S. 28)
2 Um Verwirrung entgegenzuwirken, kann man also treffender von der sozialistisch-kommunistischen Produktionsweise sprechen. Abkürzend werden wir sie in diesem Artikel trotzdem als die kommunistische Produktionsweise bezeichnen.
3 MEW 3, S. 35
4 Dies ist jedenfalls der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird. Selbstverständlich kann der Kapitalist den Mehrwert auch dazu verwenden, sich das Leben mit Strandvillen und Luxusautos zu versüßen.
5 Vgl. Karl Marx: Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses. Archiv sozialistischer Literatur 17, Neue Kritik, Frankfurt a.M. 1968, S. 3-5. Online: https://www.marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/1863/resultate/1-mehrwert.htm, abgerufen 18. Mai 2025.
6 MEW 23, S. 344
7 Vgl. MEW 23, S. 652
8 „Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andre. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts andres sein kann, als die revolutionäre Diktatur des Proletariats.“ (MEW 19, S. 28)
9 MEW 23, S. 652
10 Deswegen sagte Lenin: „Kleinproduktion gibt es auf der Welt leider noch sehr, sehr viel; die Kleinproduktion aber erzeugt Kapitalismus und Bourgeoisie unausgesetzt, täglich, stündlich, elementar und im Massenumfang“, und „die Klassen aufheben heißt nicht nur die Gutsbesitzer und Kapitalisten vertreiben – das haben wir verhältnismäßig leicht getan –, das heißt auch die kleinen Warenproduzenten beseitigen, diese aber kann man nicht vertreiben, man kann sie nicht unterdrücken, mit ihnen muss man zurechtkommen, sie kann (und muss) man nur durch eine sehr langwierige, langsame, vorsichtige organisatorische Arbeit ummodeln und umerziehen.“ (LW 31, S.8)
11 Was arbeitsfähig heißt und in welchem Rahmen welche Personen zur Arbeit verpflichtet werden ist eine konkrete, politische Frage. Es gibt keine ewig „richtigen“ und „falschen“ Richtwerte für Renteneintrittsalter, Wochenarbeitszeit und Arbeitsfähigkeit. Diese müssen sich immer an den politischen und ökonomischen Notwendigkeiten für den Sieg und die Festigung der sozialistischen Revolution orientieren.
12 MEW 19, S. 19f
13 „Unter den Bedingungen, die der fortgeschrittene Kapitalismus in Deutschland geschaffen hat, kann und muss bereits zu Beginn des revolutionären Prozesses die Vergesellschaftung der konzentrierten Produktionsmittel einschließlich des Grundes und Bodens und die Aufstellung eines Plans zur Entwicklung der Produktivkräfte stehen. Auch die Landwirtschaft wird bereits zum Teil direkt verstaatlicht. In Bereichen der Landwirtschaft und des Kleingewerbes (z.B. Gastronomie, Handwerk), in denen die Konzentration und Zentralisation der Produktionsmittel noch auf niedrigem Niveau ist, ist als Übergangsform die Bildung von Genossenschaften möglich, die jedoch ebenfalls zu einem gewissen Grad bereits in den zentralen Plan eingebunden werden können.“ (Entwurf des Parteiprogramms der Kommunistischen Partei. In: Klassenkampf und Wissenschaft 1/24, S. 56)
14 MEW 23, S. 87
15 MEW 4, S. 377
16 Vgl. MEW 4, S. 464-467


