Jahresarchive: 2026

Kein Platz für Berufseinsteiger

Aktuelles von Max Taube. Täglich müssen Arbeiter in Deutschland feststellen, was es bedeutet, wenn das hiesige Kapital in einer Krise steckt. Ankündigungen wie der Abbau von 100.000 Stellen bei VW, 13.000 bei Bosch und 8.000 bei BMW, ein Großteil davon in Deutschland, zeigen das Ausmaß der aktuellen Wirtschaftskrise. Während direkte Kündigungen auf stärkeren Widerstand und gewerkschaftliche Schutzmaßnahmen stoßen, bieten schleichende Umstrukturierungen für die Unternehmen den Vorteil eines langsamen und graduellen Prozesses, gegen den die Gewerkschaften zumeist eher Verhandlungen als Streiks auffahren. Der aktuell massiv vorangetriebene Stellenabbau bedeutet daher vor allem: Reduzierung der Arbeitszeiten, Auslaufen von Verträgen, Renteneintritte ohne Nachbesetzung der Stelle und die Reduzierung von Stellenausschreibungen und Ausbildungsangeboten.

„Sozialstaat retten“ oder eine bessere Zukunft erkämpfen? Wie weiter mit den Sozialprotesten?

Beitrag der Massenarbeitskommission der KP, 21. Oktober 2026 Es ist ein gemischtes Bild, das sich aus dem ersten bundesweiten Aktionstag der DGB-Gewerkschaften ergibt. Die Mobilisierung zeigt, dass ein Teil der Arbeiterklasse bereit ist, sich gegen die Angriffe von Kapital und Bundesregierung einzusetzen. Das Kapital ist entschlossen, seine Angriffe fortzusetzen. Ob die Arbeiterklasse dem etwas entgegensetzen kann, wird sich an der Basis der Gewerkschaften entscheiden. Denn dafür braucht es noch weit größere Teile der Arbeiterklasse und eine klassenkämpferische Ausrichtung der Proteste. Und vor allem braucht es wirksamere Kampfmethoden – den Übergang von bloßem Protest zu wirklichem Widerstand.

Krise in der Automobilindustrie – Was ist los bei VW?

Aktuelles von Quentin Klaas. Der größte deutsche Autokonzern steckt in der Krise. Vor allem durch die verschärfte internationale Konkurrenz und Handelskonflikte sind die Gewinne bei Volkswagen (VW) im ersten Halbjahr 2026 zurückgegangen. Diese Entwicklungen zeichneten sich schon in den letzten Jahren ab. Als Reaktion darauf kündigte der Konzern im Jahr 2024 einen Sparplan mit Massenentlassungen und Werkschließungen an. Die neueste Entwicklung ist die Aufkündigung von 10 der 13 Tarifverträge mit der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) zum 31.12.2026. Ist das das endgültige Ende der sogenannten Sozialpartnerschaft bei VW? Was steckt dahinter?

Solidarität mit den streikenden Hafenarbeitern

Stellungnahme des Politbüros des ZK der KP vom 13.10.2026 Auf Initiative der griechischen PAME rufen Gewerkschaften des klassenkämpferischen Weltgewerkschaftsbunds (WGB) am 30. Oktober 2026 zu einem internationalen Streiktag der Hafenarbeiter auf. Bereits im Februar dieses Jahres führten Hafenarbeiter der jetzt aufrufenden Gewerkschaften einen Streik gegen Völkermord, imperialistische Kriegsvorbereitungen und Verschlechterung der Lebensbedingungen durch. Dabei agierten sie über Ländergrenzen hinweg und legten erstmals seit Jahrzehnten 20 Häfen in Griechenland, der Türkei, Spanien/Baskenland, Italien, Zypern, Frankreich und Marokko lahm. Sie zeigten damit die Möglichkeiten auf, die wir als Arbeiterklasse haben, die Kriege der Kapitalisten wirksam zu behindern.

#deutschdenken: AfD, Stolpersteinverbot und die Militarisierung

Aktuelles von Levin Meyer Die AfD gibt bekannt, ab Dezember mit Ulrich Siegmund den Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt stellen zu wollen. Der Forderungskatalog, mit welchem die Partei in die Regierung gehen möchte, hat es in sich. Neben der Umwidmung von Kulturförderungen und tiefgreifenden Einschnitten im Bildungsbereich soll künftig auch die Erinnerung an die Verbrechen des Hitlerfaschismus verdrängt werden. Eigentlich handelt es sich nur um ein Regierungsprogramm für ein einziges Bundesland. Doch darüber hinaus stellt das Programm nicht weniger als eine kulturpolitische Blaupause für die Vollendung der Zeitenwende des deutschen Imperialismus dar.

Der blaue Dunst der Sozialpartnerschaft

Aktuelles von Jakob Schulze. Mit gekreuzten Armen und forderndem Blick schaut uns Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall (IGM) und Verhandlungsführer bei den Tarifkämpfen mit dem Volkswagen-Konzern (VW), auf dem Foto zu seinem Pressestatement zu den jüngsten Entwicklungen bei Volkswagen an. Er soll empört wirken – und ist es aller Wahrscheinlichkeit nach auch. „Was derzeit aus dem Umfeld von Volkswagen zu vernehmen und in den Medien zu lesen ist, lässt zumindest den Schluss zu, dass der Vorstand weitreichende strukturelle Veränderungen vorbereitet“, sagt Gröger mit Bezug auf die Kündigungen von Zehn der Dreizehn existierenden Tarifverträge bei Volkswagen durch den Vorstand. Direkt im Anschluss hatte Vorstandschef Oliver Blume gegenüber der Presse verlautbaren lassen, dass man über weniger Urlaubstage oder eine höhere Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich nachdenke.

Berichte vom DGB-Aktionstag am 26. September

Am 26. September gingen bundesweit 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag des DGB gegen Sozialabbau auf die Straße. Auch wir waren in einigen Städten gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen dabei und teilweise auch mit einem eigenen Block präsent. In vielen Gesprächen wurde deutlich, wie groß die Sorge um Rente und Achtstundentag ist und dass viele weitere Verschlechterungen nicht hinnehmen wollen. Die DGB-Führung dagegen zeigte einmal mehr, dass ihr Kurs auf Sozialpartnerschaft ausgerichtet ist, und schwieg in ihren Reden weitgehend über den Zusammenhang zwischen Kürzungen und Aufrüstung. Im Folgenden berichten wir aus den einzelnen Städten.

Die AfD verbieten? Von einer linken Fata Morgana

Aktuelles von Lennart Niemeyer. In den vergangenen Monaten wird ein Verbot der Alternative für Deutschland (AfD) immer heißer diskutiert. Dieser Artikel zeigt, warum ein AfD-Verbot keine Lösung darstellt, sondern falschen Vorstellungen entspringt, irreführende taktische Bündnisse verfestigt und reaktionären Kräften im Endeffekt sogar nutzt.

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