Berichte zum Frauenkampftag 2026

Der Internationale Frauenkampftag war in vielen Städten von einer neuen Dynamik geprägt: steigende Beteiligung, große Demonstrationen und eine insgesamt kämpferischere Stimmung bestimmten das Bild. In zahlreichen Beiträgen und Diskussionen zeigte sich, dass die anhaltende soziale Ungleichheit, zunehmende Gewalt gegen Frauen sowie Angriffe auf Arbeits- und Lebensbedingungen auf wachsende Empörung stoßen. Zugleich rückten Fragen von Krieg, Aufrüstung und internationaler Solidarität stärker in den Mittelpunkt.

Als Kommunistische Partei beteiligten wir uns daran mit vielfältigen Aktivitäten: von Demonstrationsteilnahmen über Infostände bis hin zu Workshops und Diskussionsveranstaltungen. Dabei kamen wir mit Passanten ins Gespräch, stellten unsere Positionen zur Diskussion und zeigten auf, dass der Kampf für die Befreiung der Frau untrennbar mit der Organisierung und dem gemeinsamen Kampf der gesamten Arbeiterklasse verbunden ist.

Bonn

Am 8. März nahmen wir an der Demonstration zum Frauenkampftag in Bonn teil. Insgesamt haben ca. 2.400 Personen bei gutem Wetter an dieser Demo teilgenommen, damit war sie mit Abstand die größte Bonner 8.-März-Demonstration seit weit über zehn Jahren.

Ein wesentlicher Grund für die große Beteiligung ist vermutlich, dass die verschärfte Unterdrückung der Frau und die Notwendigkeit des Protests dagegen mehr Zustimmung finden: Die Angriffe auf den 8-Stunden-Tag, auf das Recht auf Teilzeit, auf die Gesundheitsversorgung, die Politik der Bundesregierung insgesamt und auch die Femizide wollen immer mehr Menschen nicht unkommentiert lassen.

In vielen Redebeiträgen und auch in Parolen wurde Bezug auf die derzeitigen Kriegsvorbereitungen der Kapitalisten genommen und die Notwendigkeit des Kampfes gegen das Kapital thematisiert. Nach dem Redebeitrag der „Students for Palestine“ gab es kurze zionistische Zwischenrufe, doch diese wurden schnell von internationalistischen Sprechchören übertönt und die pöbelnde Person von der Demo verwiesen.

Die Demo verlief von der Innen- bis in die Altstadt, wo wir schließlich unsere Rede hielten. Darin gingen wir sowohl auf die derzeitigen Verschlechterungen der Lage der Frau als auch auf deren Zusammenhang mit den Kriegsvorbereitungen ein. Wir stellten die Notwendigkeit des Kampfes gegen den Kapitalismus und des vereinten Klassenkampfes als Gesamtinteresse der Arbeiterklasse heraus.

Kriege und Kriegsvorbereitungen wurden in den Reden und Parolen nicht nur abstrakt thematisiert. Die ablehnende Haltung zum deutschen Militarismus und die Besatzung in Palästina wurden klar benannt. Im Iran findet seit einer Woche ein imperialistischer Angriffskrieg durch die USA und Israel statt, in dem auch Deutschland involviert ist.

Düren

Am 7. März stellten wir uns in Düren ins Stadtzentrum, um die Menschen vor Ort auf den 8. März, den internationalen Frauenkampftag, aufmerksam zu machen. Die Genossen und Genossinnen hielten kämpferische Reden, um zum einen zu verdeutlichen, dass die Unterdrückung der Frau einen Klassencharakter trägt und daher der Kampf für die volle Emanzipation der Geschlechter tief mit dem proletarischen Klassenkampf verbunden ist. Zum anderen machten wir in der zweiten Rede auf die Gräuel des Imperialismus aufmerksam, an dessen Kriegen unsere Bundesregierung ein Interesse hat und bei denen zehntausende Frauen in Gaza sterben. Viele Frauen im Dürener Zentrum hörten dabei zu und konnten sich mit den aufgezählten Problemen identifizieren.

Die Passanten nutzten die Gelegenheit, um mit den Genossen der Kommunistischen Partei ins Gespräch zu kommen und sie mit politischen und ideologischen Fragen zu konfrontieren. Missverständnisse über den Unterschied zwischen Sozialismus und Kommunismus konnten aufgedeckt werden. Die Grenzen der bürgerlichen Demokratie konnten geklärt werden. Die vielschichtige Geschichte, Fehler und Errungenschaften der historischen Arbeiterstaaten konnten in Gesprächen herausgearbeitet werden. Speziell die emanzipatorische Rolle sozialistischer Staaten stach bei Gesprächen zum Realsozialismus hervor.

Zeitgleich verteilten Parteimitglieder der SPD und VOLT Blumen an vorbeigehende Frauen. Diese Symbolik stach vielen Passantinnen ins Auge. Während wir Kommunisten die misogyne Gewalt laut auf der Straße ansprechen, sexistische Rollenbilder infrage stellen und Frauen zur Selbstorganisierung motivieren, geben sich die bürgerlichen Parteien damit zufrieden, an einem der 365 Tage im Jahr Frauen der Stadt eine Blume in die Hand zu drücken. Eine Geste, die selbst auf sexistische Rollenbilder zurückgreift.

Gießen

Am Freitag, den 6. März, haben wir anlässlich des Internationalen Frauenkampftages einen Infostand in der Gießener Innenstadt organisiert. Wir luden die Passantinnen und Passanten in der Einkaufsstraße dazu ein, sich zur Lage von Frauen in Deutschland zu informieren. Anhand von Zahlen, Fakten und Informationen zeigten wir auf unseren Stellwänden, dass Frauen weiterhin nicht gleichgestellt sind. Mit Info-Flyern zum Frauenkampftag und in den Gesprächen machten wir deutlich, dass der 8. März ein Tag ist, an dem Arbeiterinnen und Arbeiter gemeinsam für die Befreiung der Frau kämpfen, für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen und für Gleichberechtigung. Und das ist bitter nötig, denn Frauen werden noch immer schlechter bezahlt, sind häufiger von Armut betroffen und übernehmen einen Großteil der Hausarbeit. In Deutschland gibt es eine Zunahme von Gewalt in Partnerschaften. Morde an Frauen, weil sie Frauen sind, werden immer häufiger. Neben den Statistiken und Informationen zur Ungleichstellung von Frauen luden wir Passantinnen und Passanten dazu ein, auf unserer Plakatwand die Frage zu beantworten: “Warum lohnt es sich heute noch, für Frauenrechte zu kämpfen?” Alle Angriffe auf unsere Arbeitsbedingungen, wie die Abschaffung des Achtstundentags, machen Mütter noch abhängiger, da Lohnarbeit und Kinderbetreuung dadurch noch schwerer vereinbar werden. Wir zeigten in den Gesprächen auf, dass wir im Kapitalismus für Verbesserungen der Lage von Frauen, aber auch gleichzeitig für dessen Überwindung kämpfen müssen.

Am Samstag haben wir wie in den letzten Jahren im Roten Block an einer kämpferischen Demonstration für die Befreiung der Frau teilgenommen. Unsere Genossin unterstrich in ihrem Redebeitrag für die Kommunistische Partei, dass der Kampf für die Befreiung der Frau kein Stück an Bedeutung verloren hat und der konsequente, gemeinsame Widerstand der gesamten Arbeiterklasse gegen die weltweiten Angriffe auf Frauenrechte und Arbeitsbedingungen notwendig ist. International führt die Verschärfung der imperialistischen Konkurrenz zu immer mehr Krieg und Elend. Sexualisierte Gewalt in Kriegssituationen ist seit 2022 um 50 % gestiegen. Und auch was die Rechte von Frauen angeht, sehen wir zunehmend Rückschritte: Einschränkungen des Rechts auf Abtreibung, wie in den USA seit 2022 oder in Polen seit 2020, sind Ausdruck der globalen reaktionären Tendenzen. Hierzulande führt die Kriegsvorbereitung zu massiven Kürzungen in Bildung und Soziales, besonders zulasten von Frauen, die oft in diesen Bereichen beschäftigt sind. Darüber hinaus müssen Frauen in Haushalt und Familie in der Regel die zusätzlich anfallende Arbeit auffangen. Das alles, wie auch die Angriffe auf den Achtstundentag und das Recht auf Teilzeit, beweist wieder einmal, dass im Kapitalismus nur der Profit zählt und dieser „einer wirklichen Gleichberechtigung immer entgegensteht“.

Köln

Am 8. März nahmen wir anlässlich des Internationalen Frauenkampftages an der Demonstration eines Bündnisses verschiedener, hauptsächlich bürgerlicher, Kräfte teil. Obwohl wir viele Positionen der Organisationen des Bündnisses nicht teilen, haben wir dennoch beschlossen, an der Demonstration teilzunehmen. Auf diese Weise konnten wir dem bürgerlichen Feminismus, der keine wirklichen Verbesserungen für die meisten Arbeiterfrauen mit sich bringt, proletarische Positionen im Interesse der Arbeiterinnen entgegenstellen. Außerdem haben auch Massenorganisationen wie der DGB zu der Demonstration aufgerufen.

Die Demonstration war sehr gut besucht. Laut Angaben der Veranstalter nahmen bis zu 20.000 Menschen an der Versammlung teil. Wir haben uns anfangs bei der Startkundgebung versammelt und sind anschließend im internationalen Block bis zum Ende der Demo mit einem Banner und Fahnen mitgelaufen. Dabei haben wir auf der Demonstration Flugblätter verteilt, die unsere Positionen zum proletarischen Frauenkampf darstellen.

Die systematische Unterdrückung von proletarischen Frauen kann nur durch die Überwindung des Privateigentums an Produktionsmitteln erreicht werden. Das Privateigentum kann nur durch die revolutionäre Kraft aller Arbeiterinnen und Arbeiter gemeinsam abgeschafft werden.

Leipzig

Warum verdienen Frauen im Schnitt noch immer weniger als Männer? Sind Frauen und Männer von den aktuellen Kriegsvorbereitungen gleichermaßen betroffen? Ist die Befreiung der Frau auch im Kapitalismus möglich? Anlässlich des internationalen Frauenkampftags befassten wir uns in Leipzig mit diesen und anderen Fragen. Wir diskutierten darüber, warum proletarische Frauen im Kapitalismus wirtschaftlich und sozial benachteiligt werden. Wir hielten fest, dass sie unter Druck stehen, zusätzlich zur Lohnarbeit auch den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit zu verrichten. Auch wenn die Kriegsvorbereitungen des deutschen Kapitals die gesamte Arbeiterklasse betreffen, sind es deshalb vor allem Arbeiterinnen, die unter anderem die Folgen von Kürzungen in der Bildung, Pflege und Krankenversorgung zu tragen haben. Wir sprachen darüber, dass die Unterdrückung der Frau mit der kapitalistischen Produktion zusammenhängt. Proletarische Frauen werden aufgrund ihrer Fähigkeit zur Mutterschaft benachteiligt und arbeiten deshalb häufiger in Teilzeit und für eine schlechtere Bezahlung. Erst der Sozialismus schafft die ökonomische Grundlage, die die Gleichstellung der Geschlechter ermöglicht – etwa dadurch, dass Kinderbetreuung, Alten- und Krankenpflege, Haushaltsführung und Produktion gesellschaftlich organisiert werden. Für uns ist deshalb klar, dass der Kampf für eine verbesserte Lebenssituation der Frauen mit dem Kampf für die Abschaffung des Kapitalismus verbunden werden muss. Auch um sich gegen die Kriegsvorbereitungen zu stellen, müssen Arbeiterinnen und Arbeiter sich gemeinsam im Betrieb organisieren, Streikfähigkeit aufbauen und sich bei Arbeitskämpfen unterstützen.

Mannheim

Wie in den Jahren zuvor nahmen wir als Kommunistische Partei auch dieses Jahr an der Demonstration zum Internationalen Frauenkampftag in Mannheim teil. Mit einem kämpferischen Transparent („Frauenbefreiung heißt Klassenkampf!“) und Fahnen schlossen wir uns dem Demozug an und verteilten unsere Stellungnahme zum 8. März sowie Flyer für unsere kommenden Veranstaltungen rund um das Thema Frauenkampf. Über die Einladung ergab sich auch die Möglichkeit, mit Interessierten ins Gespräch zu kommen.
Neben einer aktuellen Stunde zur Lage der Frau veranstalten wir in den kommenden Wochen wieder einen Workshop zum Frauenkampf sowie einen Filmabend zur Revolutionärin Olga Benario.

Nürnberg

Nein. Nein. NEIN! Schon früh am 8. März wurden die Rufe von Frauen laut in Nürnberg. Als kommunistische Partei nahmen wir den internationalen Frauenkampftag zum Anlass, einen praktischen Workshop zur Unterdrückung der Frau im Kapitalismus zu organisieren. Im ersten Teil des Workshops beschäftigten wir uns auf Basis unserer Erarbeitungen zur Frauen- und Geschlechterfrage damit, was die Unterdrückung von Frauen der Arbeiterklasse eigentlich heißt: Was ist der Unterschied zwischen Unterdrückung und Ausbeutung? Wie hängen biologisches Geschlecht, die Rolle, die verschiedenen Körpern, in der Produktion zukommt und Geschlechterrollen zusammen? Und vor allem: Wie müssen wir gegen diese Unterdrückung kämpfen?
Im zweiten Teil des Workshops ging es um praktische Techniken zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung: Wie kann ich Verhalten konfrontieren wenn Grenzen überschritten werden? Wie merke ich eigentlich, dass da eine Grenze ist? Welche körperlichen Techniken habe ich, um mich zu verteidigen?
Wir haben uns entschieden am 8. März einen Workshop nur für Frauen zu machen. Wir haben das gemacht in dem Wissen, dass wir den Kampf gegen die Unterdrückung der Frau gemeinsam mit unseren Klassenbrüdern führen müssen. Und dass es gerade dafür manchmal solche Räume braucht, in denen wir uns der Unterdrückung als Frauen und den Spuren, die diese in unserem Leben hinterlassen hat, annähern können. Ein Workshop für Frauen, eben um gemeinsam kämpfen zu können. Denn nur wenn wir „Nein“ sagen können, können wir auch „Ja“ sagen – auch zur Organisation in der Kommunistischen Partei.
Gewalt gegen Frauen ist immer ein Angriff auf die ganze Person. Aber sie ist immer auch ein Angriff auf uns als Klasse. Im Kampf um eine andere Welt können wir es uns nicht erlauben, auf die Hälfte unserer Klasse zu verzichten. Wir brauchen unsere Klassenschwestern in ihrer ganzen Stärke, wo nötig auch laut und störend. Der Workshop war ein Moment, in dem wir genau das üben konnten. Im Anschluss an den Workshop beteiligten wir uns noch gemeinsam mit Genossen und weiteren Frauen aus dem Umfeld an der Demonstration zum 8. März in Nürnberg. Hier trugen wir insbesondere Parolen zur internationalen Solidarität in die Demonstration und wehrten uns gegen Kriegshetzer und Genozidverbrecher von den Grünen, die versuchten, sich als Kämpfer für Frauenrechte zu inszenieren.

Tübingen

Am Samstag, dem 7. März, standen wir mit einem Infostand mehrere Stunden lang an der Krummen Brücke, um mit Passanten über den Internationalen Frauentag sowie die Landtagswahlen in Baden-Württemberg am darauffolgenden Tag ins Gespräch zu kommen.

Unter anderem mittels einer Umfrage auf unserer Plakatwand konnten wir einen Eindruck gewinnen, welche politischen Themen die Menschen in unserer Stadt derzeit besonders beschäftigen.

Wenig überraschend existieren ernste Sorgen bezüglich des zunehmenden Sozialabbaus. Es ist deutlich geworden, dass die bürgerliche Demokratie noch fest verankert ist, aber wenig Vertrauen darin besteht, dass durch Wahlen die Probleme der Bevölkerung richtig angegangen und gelöst werden können.

Auf dieser Grundlage konnten wir viele sehr gute Gespräche über die Notwendigkeit einer kommunistischen Partei führen und unsere Positionen sowohl im direkten Austausch als auch durch das Verteilen von Infomaterial, insbesondere zum Internationalen Frauentag, vermitteln.

Verwandt

Aktuell